{"id":12444,"date":"2020-05-27T10:38:49","date_gmt":"2020-05-27T09:38:49","guid":{"rendered":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/worte-der-paepste\/franziskus\/internationale-begegnung-zum-50-gruendungstag-des-neokatechumenalen-weges-am-05-05-2018\/"},"modified":"2020-05-27T10:39:38","modified_gmt":"2020-05-27T09:39:38","slug":"internationale-begegnung-zum-50-gruendungstag-des-neokatechumenalen-weges-am-05-05-2018","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/worte-der-paepste\/franziskus\/internationale-begegnung-zum-50-gruendungstag-des-neokatechumenalen-weges-am-05-05-2018\/","title":{"rendered":"INTERNATIONALE BEGEGNUNG ZUM 50. GR\u00dcNDUNGSTAG DES NEOKATECHUMENALEN WEGES AM 05.05.2018"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">INTERNATIONALE BEGEGNUNG ZUM 50. GR\u00dcNDUNGSTAG DES NEOKATECHUMENALEN WEGES AM 05.05.2018<\/h1>\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n<h4 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Franziskus<\/h4>\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n<p><strong>Tor Vergata \u2013 Rom, 5. Mai 2018<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Liebe Br\u00fcder und Schwestern, guten Tag!<\/em><\/p>\n\n<p>Ich freue mich, euch zu begegnen und mit euch zu sagen: danke! Ich danke Gott, und ich danke auch euch, vor allem jenen, die eine lange Reise unternommen haben, um hier zu sein. Danke f\u00fcr das \u00bbJa\u00ab, das ihr gesagt habt, dass ihr dem Ruf des Herrn gefolgt seid, das Evangelium zu leben und zu evangelisieren. Und ein gro\u00dfer Dank gilt auch jenen, die vor 50 Jahren den Neokatechumenalen Weg begonnen haben.<\/p>\n\n<p>50 ist eine wichtige Zahl in der Heiligen Schrift: Am 50. Tag kam der Geist des Auferstandenen auf die Apostel herab und offenbarte der Welt die Kirche. Noch fr\u00fcher hatte Gott das 50. Jahr geheiligt: \u00bbDieses f\u00fcnfzigste Jahr gelte euch als Jubeljahr\u00ab (<em>Lev\u00a0<\/em>25,11). Ein heiliges Jahr, in dem das auserw\u00e4hlte Volk neue Wirklichkeiten pers\u00f6nlich erfahren sollte, wie die Befreiung und die Heimkehr der Unterdr\u00fcckten: \u00bbRuft Freiheit f\u00fcr alle Bewohner des Landes aus!\u00ab, hatte der Herr gesagt. \u00bbJeder von euch soll zu seinem Grundbesitz zur\u00fcckkehren, jeder soll zu seiner Sippe heimkehren\u00ab (V. 10). Es w\u00e4re daher sch\u00f6n, wenn jeder von euch 50 Jahre nach der Gr\u00fcndung des Neokatechumenalen Weges sagen w\u00fcrde: \u00bbDanke, Herr, dass du mich wirklich befreit hast; dass ich in der Kirche meine Familie gefunden habe; dass in deiner Taufe das Alte vergangen ist und ich ein neues Leben genie\u00dfe (vgl.\u00a0<em>2 Kor\u00a0<\/em>5,17); dass du mir durch den Neokatechumenalen Weg den Pfad gezeigt hast, um deine z\u00e4rtliche Vaterliebe zu entdecken.\u00ab<\/p>\n\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern, am Ende werdet ihr das \u00bbTe Deum\u00ab singen als Dank f\u00fcr Gottes Liebe und Treue. Das ist sehr sch\u00f6n: Gott f\u00fcr seine Liebe und f\u00fcr seine Treue zu danken. Oft danken wir ihm f\u00fcr seine Gaben, f\u00fcr das, was er uns gibt, und es ist gut, das zu tun. Aber noch besser ist es, ihm f\u00fcr das zu danken, was er ist, denn er ist der Gott, der treu ist in seiner Liebe. Seine G\u00fcte h\u00e4ngt nicht von uns ab. Was auch immer wir tun: Gott bleibt uns in seiner Liebe immer treu. Das ist die Quelle unseres Vertrauens, der gro\u00dfe Trost des Lebens. Habt daher Mut, seid nie betr\u00fcbt! Und wenn die Wolken der Probleme sich schwer \u00fcber euren Tagen zu verdichten scheinen, dann denkt daran, dass die treue Liebe Gottes immer erstrahlt, wie eine Sonne, die nie untergeht. Gedenkt seiner G\u00fcte, die st\u00e4rker ist als all unsere \u00dcbel, und das s\u00fc\u00dfe Gedenken an die Liebe Gottes wird euch in jeder Bedr\u00e4ngnis helfen.<\/p>\n\n<p>Es fehlt noch ein wichtiges \u00bbDanke\u00ab: an jene, die sich anschicken, in die Mission zu gehen. Ich versp\u00fcre den Wunsch, euch etwas von Herzen zu sagen \u00fcber die Mission, \u00fcber die Evangelisierung, die heute die Priorit\u00e4t der Kirche ist. Denn Mission bedeutet, der treuen Liebe Gottes eine Stimme zu verleihen. Sie bedeutet zu verk\u00fcndigen, dass der Herr uns liebt und dass er meiner, deiner, unser und dieser unserer Welt, derer wir vielleicht m\u00fcde werden, nie m\u00fcde wird. Mission bedeutet, das zu geben, was wir selbst empfangen haben. Mission bedeutet, das Gebot Jesu zu erf\u00fcllen, das wir geh\u00f6rt haben und \u00fcber das ich euch etwas sagen m\u00f6chte: \u00bbDarum geht und macht alle V\u00f6lker zu meinen J\u00fcngern\u00ab (<em>Mt\u00a0<\/em>28,19). \u00bbGeht!\u00ab Die Mission macht es erforderlich aufzubrechen.<\/p>\n\n<p>Im Leben ist jedoch die Versuchung stark, zu bleiben, keine Risiken einzugehen, sich damit zu begn\u00fcgen, die Situation unter Kontrolle zu haben. Es ist leichter, zu Hause zu bleiben, umgeben von denen, die uns lieben, aber das ist nicht der Weg Jesu. Er sendet aus: \u00bbGeht!\u00ab Er macht keine Halbheiten. Er genehmigt keine Kostenverg\u00fcnstigungen oder Reisekostenerstattungen, sondern er sagt zu seinen J\u00fcngern, zu allen seinen J\u00fcngern nur ein Wort: \u00bbGeht!\u00ab Geht: Ein starker Ruf, immer im Aufbruch zu sein, Pilger in der Welt auf der Suche nach dem Bruder, der die Freude der Liebe Gottes noch nicht kennt.<\/p>\n\n<p>Wie aber soll man gehen? Man muss beweglich sein, man kann nicht den ganzen Hausrat mitnehmen. Die Bibel lehrt es: Als Gott das auserw\u00e4hlte Volk befreite, lie\u00df er es in die W\u00fcste ziehen, im Gep\u00e4ck nur das Vertrauen auf ihn. Und als er Mensch geworden war, zog er selbst in Armut umher, ohne einen Ort zu haben, wo er sein Haupt hinlegen konnte (vgl.\u00a0<em>Lk\u00a0<\/em>9,58). Denselben Stil verlangt er von den Seinen. Um zu gehen, muss man unbelastet sein. Um zu verk\u00fcndigen, muss man verzichten. Nur eine Kirche, die auf die Welt verzichtet, verk\u00fcndigt den Herrn gut. Nur eine Kirche, die von Macht und Geld gel\u00f6st ist, die von allen Formen des Triumphalismus und des Klerikalismus frei ist, bezeugt auf glaubw\u00fcrdige Weise, dass Christus den Menschen befreit. Und wer aus Liebe zu ihm lernt, auf verg\u00e4ngliche Dinge zu verzichten, nimmt diesen gro\u00dfen Schatz an: die Freiheit. Er bleibt nicht l\u00e4nger eingespannt von den eigenen W\u00fcnschen, die immer etwas mehr fordern, aber nie Frieden geben, und sp\u00fcrt, dass das Herz sich weitet, ohne jede Unruhe, bereit f\u00fcr Gott und f\u00fcr die Geschwister.<\/p>\n\n<p>\u00bbGeht\u00ab ist das Verb der Mission, und es sagt uns noch etwas: dass es im Plural konjugiert wird. Der Herr sagt nicht: \u00bbgeh, dann \u2026 du, dann\u2026 du\u00ab, sondern \u00bbgeht\u00ab, gemeinsam! Vollkommen missionarisch ist nicht, wer allein geht, sondern wer gemeinsam mit anderen geht. Gemeinsam zu gehen ist eine Kunst, die man immer lernen muss, jeden Tag. Man muss zum Beispiel achtgeben, den anderen nicht den Schritt vorzugeben.&#013;\nVielmehr muss man begleiten und warten und daran denken, dass der Weg des anderen nicht mit meinem Weg identisch ist. Wie im Leben niemand einen Schritt hat, der dem eines anderen v\u00f6llig gleich ist, so ist es auch im Glauben und in der Mission: Man geht gemeinsam, ohne sich zu isolieren und ohne anderen den eigenen Gang aufzuzwingen. Man geht vereint, als Kirche, mit den Hirten, mit allen Geschwistern, ohne Flucht nach vorn und ohne sich \u00fcber jene zu beklagen, die langsamer gehen. Wir sind Pilger, die von den Geschwistern begleitet andere Geschwister begleiten, und es ist gut, das pers\u00f6nlich zu tun, mit F\u00fcrsorge und Achtung vor dem Weg eines jeden und ohne das Wachstum eines anderen zu erzwingen, denn die Antwort an Gott reift nur in der echten und aufrichtigen Freiheit.<\/p>\n\n<p>Der auferstandene Jesus sagt: \u00bbMacht zu J\u00fcngern.\u00ab Das ist die Mission. Er sagt nicht: Erobert, besetzt, sondern \u00bbmacht zu J\u00fcngern\u00ab, also teilt mit den anderen das Geschenk, das ihr empfangen habt, die Begegnung der Liebe, die euer Leben ver\u00e4ndert hat. Das ist das Herzst\u00fcck der Mission: zu bezeugen, dass Gott uns liebt und dass mit ihm die wahre Liebe m\u00f6glich ist \u2013 jene Liebe, die dazu bringt, das Leben \u00fcberall zu schenken: in der Familie, am Arbeitsplatz, als geweihte Personen und als Eheleute. Mission bedeutet, wieder zu J\u00fcngern zu werden mit den neuen J\u00fcngern Jesu. Es bedeutet, sich wieder als Teil einer Kirche zu entdecken, die J\u00fcngerin ist.&#013;\nGewiss, die Kirche ist Lehrmeisterin, aber sie kann keine Lehrmeisterin sein, wenn sie nicht zuerst J\u00fcngerin ist \u2013 so wie sie nicht Mutter sein kann, wenn sie nicht zuerst Tochter ist. Das ist unsere Mutter: eine dem\u00fctige Kirche, Tochter des Vaters und J\u00fcngerin des Meisters, gl\u00fccklich, Schwester der Menschheit zu sein. Und diese Dynamik der J\u00fcngerschaft \u2013 der J\u00fcnger, der J\u00fcngern heranbildet \u2013 ist ganz anders als die Dynamik des Proselytismus.<\/p>\n\n<p>Hier liegt die Kraft der Verk\u00fcndigung, damit die Welt glaubt. Es z\u00e4hlen nicht die Argumente, die \u00fcberzeugen, sondern das Leben, das anzieht; nicht die F\u00e4higkeit, sich zu behaupten, sondern der Mut zu dienen. Und ihr habt in eurer \u00bbDNA\u00ab diese Berufung zu verk\u00fcndigen, indem ihr in der Familie lebt, nach dem Vorbild der Heiligen Familie: in Demut, Einfachheit und Lobpreis. Bringt diese Atmosph\u00e4re der Familie an viele einsame und lieblose Orte. Gebt euch als die Freunde Jesu zu erkennen. Nennt alle Freunde und seid Freunde aller.<\/p>\n\n<p>\u00bbGeht und macht alle V\u00f6lker zu meinen J\u00fcngern.\u00ab Und wenn Jesus sagt \u00bballe\u00ab, dann scheint er hervorheben zu wollen, dass es in seinem Herzen Raum gibt f\u00fcr jedes Volk. Keines ist ausgeschlossen. Wie die Kinder f\u00fcr einen Vater und eine Mutter: Auch wenn es viele sind, gro\u00dfe und kleine, so ist jeder von ganzem Herzen geliebt.&#013;\n&#013;\nDenn wenn die Liebe sich hinschenkt, nimmt sie nicht ab, sondern nimmt zu. Und sie ist immer hoffnungsvoll. Wie die Eltern zun\u00e4chst nicht alle Fehler und M\u00e4ngel ihrer Kinder sehen, sondern die Kinder selbst, und in diesem Licht ihre Probleme und ihre Schwierigkeiten erkennen, so machen es die Missionare mit den von Gott geliebten V\u00f6lkern. Sie stellen nicht die negativen Aspekte und die Dinge, die ge\u00e4ndert werden m\u00fcssen, in den Vordergrund, sondern \u00bbschauen mit dem Herzen\u00ab, mit einem Blick, der Wertsch\u00e4tzung schenkt, mit einem Ansatz, der Achtung schenkt, mit einem Vertrauen, das Geduld zeigt. Geht so in die Mission, und denkt daran, dass es ein \u00bbHeimspiel\u00ab ist.&#013;\n&#013;\nDenn der Herr ist in jedem Volk zuhause, und sein Geist hat bereits vor eurer Ankunft den Samen gelegt. Und indem ihr an unseren Vater denkt, der die Welt so sehr geliebt hat (vgl.\u00a0<em>Joh\u00a0<\/em>3,16), sollt ihr die Menschheit leidenschaftlich lieben, als Mitarbeiter der Freude aller (vgl.\u00a0<em>2 Kor\u00a0<\/em>1,24), einflussreich, weil ihr euch zu N\u00e4chsten macht, h\u00f6rbar, weil ihr nahe seid. Liebt die Kulturen und die Traditionen der V\u00f6lker, ohne vorgefertigte Modelle anzuwenden. Geht nicht von Theorien und Schemata aus, sondern von den konkreten Situationen: So wird der Heilige Geist die Verk\u00fcndigung formen, seinen Zeiten und Vorgehensweisen gem\u00e4\u00df. Und die Kirche wird nach seinem Abbild wachsen: vereint in der Vielfalt der V\u00f6lker, der Gaben und der Charismen.<\/p>\n\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern, euer Charisma ist ein gro\u00dfes Geschenk Gottes f\u00fcr die Kirche unserer Zeit. Danken wir dem Herrn f\u00fcr diese 50 Jahre: ein Applaus f\u00fcr die 50 Jahre! Und verliert im Hinblick auf seine v\u00e4terliche, br\u00fcderliche und liebevolle Treue nie das Vertrauen: Er wird euch beh\u00fcten und gleichzeitig anspornen, als geliebte J\u00fcnger zu allen V\u00f6lkern zu gehen, in dem\u00fctiger Einfachheit. Ich begleite und ermutige euch: Geht voran! Und bitte vergesst nicht, f\u00fcr mich zu beten, denn ich bleibe hier!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>INTERNATIONALE BEGEGNUNG ZUM 50. GR\u00dcNDUNGSTAG DES NEOKATECHUMENALEN WEGES AM 05.05.2018 Franziskus Tor Vergata \u2013 Rom, 5. Mai 2018 Liebe Br\u00fcder und Schwestern, guten Tag! Ich freue mich, euch zu begegnen und mit euch zu sagen: danke! Ich danke Gott, und ich danke auch euch, vor allem jenen, die eine lange Reise unternommen haben, um hier zu sein. 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