{"id":12520,"date":"2020-05-27T16:40:38","date_gmt":"2020-05-27T15:40:38","guid":{"rendered":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/worte-der-paepste\/franziskus\/audienz-fuer-den-neokatechumenalen-weg-am-18-03-2016\/"},"modified":"2020-05-27T16:40:38","modified_gmt":"2020-05-27T15:40:38","slug":"audienz-fuer-den-neokatechumenalen-weg-am-18-03-2016","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/worte-der-paepste\/franziskus\/audienz-fuer-den-neokatechumenalen-weg-am-18-03-2016\/","title":{"rendered":"AUDIENZ F\u00dcR DEN NEOKATECHUMENALEN WEG AM 18.03.2016"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">AUDIENZ F\u00dcR DEN NEOKATECHUMENALEN WEG AM 18.03.2016<\/h1>\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n<h4 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Franziskus<\/h4>\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n<p><em>Liebe Br\u00fcder und Schwestern,&#013;\nguten Tag!<\/em><\/p>\n\n<p>Ich freue mich, euch zu begegnen, und danke euch, dass ihr so zahlreich gekommen seid. Mein besonderer Gru\u00df gilt denjenigen, die im Begriff sind aufzubrechen! Ihr habt den Aufruf zur Evangelisierung angenommen: Daf\u00fcr preise ich den Herrn und auch f\u00fcr das Geschenk des \u00bbWeges\u00ab und f\u00fcr die Hingabe eines jeden von euch. Ich m\u00f6chte drei Worte unterstreichen, die das Evangelium euch soeben als Auftrag f\u00fcr die Mission \u00fcbergeben hat: Einheit, Herrlichkeit und Welt.<\/p>\n\n<p>Einheit. Jesus bittet den Vater, dass die Seinen \u00bbvollendet\u00ab sein m\u00f6gen \u00bbin der Einheit\u00ab (<em>Joh\u00a0<\/em>17,23): er will, dass sie untereinander \u00bbeins sein sollen\u00ab (V. 22) wie er und der Vater. Es ist seine letzte Bitte vor dem Leiden, die flehentlichste Bitte: dass Einheit herrschen m\u00f6ge in der Kirche. Einheit und Gemeinschaft sind von entscheidender Bedeutung. Der Feind Gottes und des Menschen, der Teufel, kann gegen das Evangelium, gegen die dem\u00fctige Kraft des Gebets und der Sakramente nichts ausrichten, aber er kann der Kirche sehr gro\u00dfen Schaden zuf\u00fcgen, wenn er unsere Menschlichkeit in Versuchung f\u00fchrt. Er bewirkt \u00dcberheblichkeit, Verurteilung anderer, Abkapselung, Spaltungen. Er selbst ist der \u00bbSpalter \u00ab und beginnt h\u00e4ufig damit, dass er uns glauben l\u00e4sst, wir seien gut, ja besser als die anderen: so bereitet er das Terrain vor, um Unkraut zu s\u00e4en. Und diese f\u00fcr alle Gemeinschaften bestehende Versuchung kann sich auch in die sch\u00f6nsten Charismen der Kirche einschleichen.<\/p>\n\n<p>Ihr habt ein gro\u00dfartiges Charisma f\u00fcr die Erneuerung des Lebens durch die Tauferneuerung empfangen. In der Tat tritt man durch die Taufe in die Kirche ein. Jedes Charisma ist eine Gnade Gottes, um die Gemeinschaft wachsen zu lassen. Aber das Charisma kann beeintr\u00e4chtigt werden, wenn man sich verschlie\u00dft oder sich dessen r\u00fchmt, wenn man sich vor den anderen auszeichnen will. Daher muss man es h\u00fcten. H\u00fctet euer Charisma! Wie? Indem ihr dem K\u00f6nigsweg folgt: der dem\u00fctigen und gehorsamen Einheit. Wenn sie vorhanden ist, dann wirkt der Heilige Geist weiterhin, wie er es in Maria getan hat, die offen, dem\u00fctig und gehorsam war. Es ist stets notwendig, \u00fcber das Charisma zu wachen, es von m\u00f6glichen menschlichen \u00dcbertreibungen zu l\u00e4utern durch die Suche nach der Einheit mit allen und durch den Gehorsam gegen\u00fcber der Kirche. So atmet man in der Kirche und mit der Kirche: so bleiben wir f\u00fcgsame Kinder der \u00bbhierarchischen heiligen Mutter Kirche\u00ab, mit \u00bbbereitem und willigem Sinn\u00ab f\u00fcr die Mission (vgl. Heiliger Ignatius von Loyola,\u00a0<i>Geistliche \u00dcbungen<\/i>, 353).<\/p>\n\n<p>Diesen Aspekt m\u00f6chte ich unterstreichen: Die Kirche ist unsere Mutter. Wie dem Gesicht der Kinder die \u00c4hnlichkeit mit der Mutter eingepr\u00e4gt ist, so gleichen wir alle unserer Mutter, der Kirche.&#013;\n&#013;\nNach der Taufe leben wir nicht mehr als isolierte Individuen, sondern wir sind Frauen und M\u00e4nner der Gemeinschaft geworden und berufen, Stifter von Gemeinschaft in der Welt zu sein. Denn Jesus hat nicht nur die Kirche f\u00fcr uns gestiftet, sondern er hat uns als Kirche gestiftet. Die Kirche ist kein Werkzeug f\u00fcr uns: Wir sind die Kirche. Aus ihr sind wir neu geboren, von ihr werden wir gen\u00e4hrt mit dem Brot des Lebens, von ihr empfangen wir Worte des Lebens, uns wird vergeben und wir werden nach Hause begleitet von ihr. Das ist die Fruchtbarkeit der Kirche, die Mutter ist: Sie ist keine Organisation, die Anh\u00e4nger sucht, oder eine Gruppe, die vorangeht, indem sie der Logik ihrer Ideen folgt, sondern sie ist eine Mutter, die das Leben weitergibt, das sie von Jesus empfangen hat.<\/p>\n\n<p>Diese Fruchtbarkeit kommt durch den Dienst und die Leitung der Hirten zum Ausdruck. Denn auch die Institution ist ein Charisma, weil sie in derselben Quelle, dem Heiligen Geist, wurzelt. Er ist das lebendige Wasser, aber das Wasser kann nur dann weiter Leben schenken, wenn die Pflanze gepflegt und beschnitten wird. L\u00f6scht euren Durst an der Quelle der Liebe, dem Heiligen Geist, und nehmt euch mit Feingef\u00fchl und Respekt des ganzen kirchlichen Organismus an, insbesondere seiner schw\u00e4chsten Teile, damit alles gemeinsam in harmonischer und fruchtbarer Weise wachsen kann.<\/p>\n\n<p>Das zweite Wort: Herrlichkeit. Vor seinem Leiden k\u00fcndet Jesus an, dass er am Kreuz \u00bbverherrlicht\u00ab werden wird: dort wird seine Herrlichkeit erscheinen (vgl.\u00a0<em>Joh\u00a0<\/em>17,5). Aber es ist eine neue Herrlichkeit: Die weltliche Herrlichkeit zeigt sich, wenn jemand wichtig ist, bewundert wird, wenn man Besitz und Erfolg hat. Die Herrlichkeit Gottes dagegen offenbart sich am Kreuz: Sie ist die Liebe, die dort aufstrahlt und sich verbreitet. Es ist eine paradoxe Herrlichkeit: ohne Get\u00f6se, ohne Gewinn und ohne Applaus. Aber nur diese Herrlichkeit ist es, die das Evangelium fruchtbar werden l\u00e4sst. So ist auch die Mutter Kirche fruchtbar, wenn sie die barmherzige Liebe Gottes nachahmt, die sich anbietet und sich niemals aufzwingt. Sie ist dem\u00fctig, sie verh\u00e4lt sich wie der Regen, der auf die Erde herabkommt; wie die Luft, die man atmet; wie ein kleines Samenkorn, das in der Stille Frucht bringt. Wer die Liebe verk\u00fcndet, kann dies nur im Stil dieser Liebe tun.<\/p>\n\n<p>Und das dritte Wort, das wir geh\u00f6rt haben, lautet: Welt. \u00bbGott hat die Welt so sehr geliebt\u00ab, dass er Jesus gesandt hat (vgl.\u00a0<em>Joh\u00a0<\/em>3,16). Wer liebt, der bleibt nicht in der Ferne, sondern geht entgegen. Ihr werdet sehr vielen St\u00e4dten, vielen L\u00e4ndern entgegengehen. Gott wird nicht angezogen von der Weltlichkeit, er verachtet sie vielmehr. Aber er liebt die Welt, die er geschaffen hat, und er liebt seine Kinder in der Welt, so wie sie sind, dort wo sie leben, auch wenn sie \u00bbfern\u00ab sind. Das Leben in fernen L\u00e4ndern, in anderen Kulturen wird f\u00fcr euch nicht leicht sein. Das wird nicht leicht sein f\u00fcr euch, aber das ist eure Mission.&#013;\n&#013;\nUnd das tut ihr aus Liebe, aus Liebe zur Mutter Kirche, zur Einheit dieser fruchtbaren Mutter; ihr tut dies, damit die Kirche eine Mutter und fruchtbar sein kann. Zeigt den Kindern den z\u00e4rtlichen Blick des Vaters und betrachtet die Wirklichkeit, der ihr begegnet, als ein Geschenk! Werdet vertraut mit den Kulturen, Sprachen und Br\u00e4uchen, indem ihr sie achtet und die Keime der Gnade erkennt, die der Heilige Geist bereits ausgestreut hat. Ohne der Versuchung nachzugeben, vorgefertigte Modelle zu verpflanzen, sollt ihr die Erstverk\u00fcndigung auss\u00e4en: das, \u00bbwas sch\u00f6ner, gr\u00f6\u00dfer, anziehender und zugleich notwendiger ist\u00ab (Apostolisches Schreiben\u00a0<em><a href=\"https:\/\/w2.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html\">Evangelii gaudium<\/a><\/em>, 35). Die frohe Botschaft muss immer neu wiederkehren, andernfalls besteht f\u00fcr den Glauben die Gefahr, dass er zu einer kalten, leblosen Doktrin wird. Als Familien evangelisieren, indem ihr\u00a0die Einheit und die Einfachheit lebt, ist bereits eine Verk\u00fcndigung des Lebens, ein sch\u00f6nes Zeugnis, f\u00fcr das ich euch vielmals danke. Und ich danke euch in meinem Namen, aber auch im Namen der ganzen Kirche f\u00fcr diese Geste des Hinausgehens, f\u00fcr das Hinausgehen in das Unbekannte und auch das Leiden. Denn es wird Leid geben, aber es wird auch die Freude der Herrlichkeit Gottes geben, der Herrlichkeit am Kreuz. Ich begleite und ermutige euch. Und ich bitte euch: Vergesst nicht, f\u00fcr mich zu beten! Ich bleibe hier, aber in meinem Herzen gehe ich mit euch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>AUDIENZ F\u00dcR DEN NEOKATECHUMENALEN WEG AM 18.03.2016 Franziskus Liebe Br\u00fcder und Schwestern,&#013; guten Tag! Ich freue mich, euch zu begegnen, und danke euch, dass ihr so zahlreich gekommen seid. Mein besonderer Gru\u00df gilt denjenigen, die im Begriff sind aufzubrechen! 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