{"id":14556,"date":"2020-03-02T02:19:24","date_gmt":"2020-03-02T01:19:24","guid":{"rendered":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/worte-der-paepste\/hl-johannes-paul-ii\/besuch-in-der-pfarrei-unserer-lieben-frau-vom-allerheiligsten-sakrament-und-der-heiligen-kanadischen-maertyrer-am-02-11-1980\/"},"modified":"2021-08-10T11:00:53","modified_gmt":"2021-08-10T10:00:53","slug":"besuch-in-der-pfarrei-unserer-lieben-frau-vom-allerheiligsten-sakrament-und-der-heiligen-kanadischen-maertyrer-am-02-11-1980","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/worte-der-paepste\/hl-johannes-paul-ii\/besuch-in-der-pfarrei-unserer-lieben-frau-vom-allerheiligsten-sakrament-und-der-heiligen-kanadischen-maertyrer-am-02-11-1980\/","title":{"rendered":"BESUCH IN DER PFARREI UNSERER LIEBEN FRAU VOM ALLERHEILIGSTEN SAKRAMENT UND DER HEILIGEN KANADISCHEN M\u00c4RTYRER AM 02.11.1980"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">BESUCH IN DER PFARREI UNSERER LIEBEN FRAU VOM ALLERHEILIGSTEN SAKRAMENT UND DER HEILIGEN KANADISCHEN M\u00c4RTYRER AM 02.11.1980<\/h1>\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n<h4 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Hl. Johannes Paul II.<\/h4>\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n<p><strong>Rom, 2. November 1980 *<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Am gestrigen Nachmittag, Sonntag, dem 2. November, begab sich der Heilige Vater zu einem Besuch in die r\u00f6mische Pfarrgemeinde Unserer Lieben Frau vom Allerheiligsten Sakrament und der Heiligen Kanadischen M\u00e4rtyrer in der Villa Massimo. In der Kirche feierte der Papst in Gegenwart der Kardin\u00e4le Poletti und Roy, des Weihbischofs Oscar Zanera und der Pfarrgemeinde die Eucharistie. Dann ging er in die Krypta der Pfarrkirche hinunter, einen \u00e4u\u00dferst beeindruckenden Raum, von einem gro\u00dfen Taufbrunnen gepr\u00e4gt, dessen Becken sich auf dem Steinboden \u00f6ffnete und aus dem flie\u00dfendes Wasser sprudelte. Auf der gegen\u00fcberliegenden Seite stand der Priestersitz vor einer langen, mit heiligen Szenen bemalten R\u00fcckwand. Vor dem Sitz stand ein gro\u00dfer Altar, auf dem die Osterkerze ihr Licht ausstrahlte. Rund herum waren mindestens f\u00fcnfhundert Personen versammelt: die Br\u00fcder und Schwestern der neokatechumenalen Gemeinschaften, die seit zw\u00f6lf Jahren ihren Weg in dieser Gemeinde unter der Leitung ihres ersten Katechisten Kiko Arg\u00fcello gehen, der aus Spanien hierherkam und der von hier aus viele Br\u00fcder und Schwestern in Rom und auf der ganzen Welt erreichte. Zusammen mit den Br\u00fcdern und Schwestern der Gemeinschaften war auch der Bischof von Franca in Brasilien, Msgr. Diogenes da Silva Matthes, anwesend. Pfarrer Guglielmo Amadei stellte dem Heiligen Vater die elf Gemeinschaften vor, die gegenw\u00e4rtig den Weg gehen. Die erste ist 1968 entstanden, und die letzten beiden in der letzten Osterzeit. Pfarrer Amadei unterstrich auch den gro\u00dfen Beitrag, den die Katechisten, die aus diesen Gemeinschaften hervorgegangen sind, zur Seelsorge der Pfarrei leisten, die ganz auf die Evangelisierung ausgerichtet ist. Ihr Beitrag gilt auch den vielen anderen r\u00f6mischen und italienischen Gemeinden, und zahlreichen anderen L\u00e4ndern der verschiedenen Kontinente. Dann hat Kiko Arg\u00fcello, der erste Katechist des Neokatechumenalen Weges, das Wort ergriffen. Er sprach lange von seiner spirituellen Erfahrung und vom langen Weg, den er zur\u00fcckgelegt hat, um zur Bekehrung zu gelangen:<\/em><\/p>\n\n<p>Der Herr hat erlaubt, dass ich eine Erfahrung des Absurden, des Atheismus machte, bis er Erbarmen hatte; er hat mich gedem\u00fctigt, um mich dem\u00fctig genug zu machen, ihn um Hilfe zu bitten, und danach hat er mich dazu gebracht, unter den Armen zu leben, ohne dass ich wusste, was wirklich der Weg des Herrn war. Ich bin gegangen, um unter den Armen zu leben, unter den Barackenbewohnern von Madrid, ohne zu wissen, dass Gott einen Plan hatte, wor\u00fcber ich selbst heute erstaunt bin. Ich bin verwundert und erschreckt, weil ich wei\u00df, dass dies wahrscheinlich nicht ohne sehr viele Leiden geschieht.<\/p>\n\n<p><em>Kiko sprach dann von der gro\u00dfen Anstrengung zur Bildung einer theologischen und katechetischen Synthese, wozu er durch die Einfachheit der Leute, die ihm zuh\u00f6rten und nicht in der Lage waren, Abstraktionen zu begreifen, gen\u00f6tigt wurde. Mit Hilfe von Carmen Hern\u00e1ndez und im Kielwasser des Konzils verwandelte sich der im Herzen Kikos entstandene Keim in einen Weg des Glaubens, in einen fortschreitenden Katechumenat mit Etappen, in vollem Gehorsam gegen\u00fcber der Kirche. Dieses Katechumenat bot sich den Pfarreien zum Zwecke der Katechese an, um in einer christlichen Gemeinschaft die Erwachsenen dazu zu f\u00fchren, in voller Weise das Evangelium durch die Wiederentdeckung der Taufe neu zu leben.<\/em>&#13;\n&#13;\n<em>Tief interessiert an der langen Erz\u00e4hlung der geistlichen Erfahrung von Kiko Arg\u00fcello und der Urspr\u00fcnge des Neokatechumenalen Weges, hat der Heilige Vater seinerseits lange gesprochen, indem er mit Offenheit und im Geist der Liebe den kirchlichen Sinn der neokatechumenalen Gemeinschaften vertiefend darlegte. Wir geben die Rede, die der Heilige Vater aus dem Stegreif gehalten hat, wieder:<\/em><\/p>\n\n<p>1. Vor allem will ich euch sagen, dass ich euch gerne habe, euch, die ich in so gro\u00dfer Zahl gemeinsam versammelt sehe: Erwachsene, Junge, Jugendliche, Kleine, mit euren Priestern. Ich habe euch gern. Ich habe mit Interesse die Informationen verfolgt, die mir euer Priester mitteilte. Ich will euch sagen, dass es nicht das erste Mal ist, dass ich sein Wort und auch seine Begeisterung f\u00fcr die neokatechumenale Bewegung mitbekomme, die ein \u201eWeg\u201c und auch eine Bewegung ist. Dann habe ich auch mit Interesse das Zeugnis eures ersten Katechisten geh\u00f6rt.<\/p>\n\n<p>Was kann ich euch sagen? Vor allem dies: Das Wort, das am h\u00e4ufigsten vorkam, war das Wort \u201eGlaube\u201c. Und ihr alle seid gl\u00e4ubig; ich will sagen: Ihr habt den Glauben. Es ist noch etwas mehr: Viele haben den Glauben, aber ihr habt einen Weg gemacht, um euren Glauben zu entdecken, um den g\u00f6ttlichen Schatz zu entdecken, den ihr in euch, in euren Seelen, tragt. Und ihr habt diese Entdeckung gemacht, indem ihr das Geheimnis der Taufe entdeckt habt.<br\/><br\/> &#13;\nEs ist wahr, dass es viele Getaufte in der Welt gibt. Sicher sind sie noch eine Minderheit unter den B\u00fcrgern der Welt. Aber es sind viele. Unter diesen Getauften wei\u00df ich nicht wie viele sich ihrer Taufe bewusst sind, nicht einfach der Tatsache, dass sie getauft sind, sondern dessen, was es bedeutet, getauft zu sein, bewusst dessen, was die Taufe bedeutet.<br\/><br\/>&#13;\nSeht: Die Stra\u00dfe oder der Weg, um den Glauben durch die Taufe zu entdecken, ist die Stra\u00dfe, die wir alle in der Lehre Christi im Evangelium finden. Wir finden sie auch \u2013 ich w\u00fcrde auch sagen, in vertiefter Weise \u2013 durch die \u00dcberlegungen in den Briefen des heiligen Paulus. Er hat uns gezeigt, was die unermessliche Tiefe des Geheimnisses der Taufe ist, was dieses Untertauchen in das Taufwasser besagen will, indem er jenes Untertauchen in das Taufwasser mit dem Eintauchen in den Tod Christi vergleicht, in den Tod, der uns die Erl\u00f6sung gebracht hat, in den Tod, der uns zur Auferstehung f\u00fchrt. Auf diese Weise ist das ganze Ostergeheimnis gleichsam zusammengefasst in dem Sakrament, ich meine, im Sakrament der Taufe. <br\/><br\/>&#13;\nSeht, die tiefe Dynamik unseres Glaubens zu entdecken, hei\u00dft, den vollen Gehalt unserer Taufe zu entdecken. Wenn ich recht verstehe, besteht euer Weg wesentlich darin, das Geheimnis der Taufe zu entdecken, seinen vollen Gehalt zu entdecken, und so zu entdecken, was es hei\u00dft, Christ, Glaubender zu sein. Diese Entdeckung liegt, so k\u00f6nnen wir sagen, auf der Linie der Tradition. Sie hat apostolische, paulinische, evangelische Wurzeln. Diese Entdeckung ist zugleich urspr\u00fcnglich. Es ist immer so gewesen, ist so und wird immer so sein. Jedes Mal, wenn ein Christ die Tiefe des Geheimnisses seiner Taufe entdeckt, vollbringt er einen v\u00f6llig urspr\u00fcnglichen Akt, und dies l\u00e4sst sich nicht anders tun, als mit der Hilfe der Gnade Christi, mit der Hilfe des Lichtes des Heiligen Geistes. Denn es ist Geheimnis, denn es ist g\u00f6ttliche Wirklichkeit, \u00fcbernat\u00fcrliche Wirklichkeit, und der nat\u00fcrliche Mensch ist nicht f\u00e4hig, sie zu verstehen, sie zu entdecken, sie zu leben. Schlie\u00dflich muss man sagen: Ihr alle, die ihr die Gnade erhalten habt, die Tiefe, die volle Wirklichkeit eurer Taufe zu entdecken, m\u00fcsst dem Spender der Gnade, dem Heiligen Geist, sehr dankbar sein, der euch ein solches Licht, die Hilfe der Gnade, geschenkt hat, um einmal diese Gabe zu empfangen und dann weiterzumachen. Das ist die Schlussfolgerung des ersten Teils der \u00dcberlegungen.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"351\" height=\"372\" src=\"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Camino_Neocatecumenal_Juan_Pablo_II_visita_parroquia_santisimo_sacramento_martires_canadienses.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7026\" srcset=\"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Camino_Neocatecumenal_Juan_Pablo_II_visita_parroquia_santisimo_sacramento_martires_canadienses.jpg 351w, https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Camino_Neocatecumenal_Juan_Pablo_II_visita_parroquia_santisimo_sacramento_martires_canadienses-283x300.jpg 283w\" sizes=\"auto, (max-width: 351px) 100vw, 351px\" \/><\/figure><\/div>\n\n<p>2. Und hier kurz der zweite Teil: Die Taufe als Anfang unseres christlichen Lebens entdecken, unseres Eintauchens in Gott, in den lebendigen Gott, in das Geheimnis der Erl\u00f6sung, in das Ostergeheimnis, unsere Taufe als Anfang unseres tats\u00e4chlich christlichen Lebens entdecken, muss den Anfang der Entdeckung unseres ganzen christlichen Lebens Schritt f\u00fcr Schritt, Tag f\u00fcr Tag, Woche f\u00fcr Woche, Lebensabschnitt f\u00fcr Lebensabschnitt begr\u00fcnden, denn das christliche Leben ist ein dynamischer Prozess. Es beginnt damit, dass normalerweise die Kinder, die S\u00e4uglinge, gleich nach der Geburt getauft werden, aber dann wachsen sie; es w\u00e4chst der Mensch, auch der Christ muss wachsen. Dann hei\u00dft es, die Entdeckung der Taufe \u00fcber das ganze Leben hin, \u00fcber alle Aspekte des Lebens anzustreben. Es hei\u00dft auch, auf der Grundlage dieses sakramentalen Beginns unseres Lebens die ganze sakramentale Dimension unseres Lebens zu sehen, denn das gesamte Leben hat eine vielf\u00f6rmige sakramentale Dimension.&#13;\n&#13;\nEs gibt die Einweihungssakramente: Taufe und Firmung, um zur F\u00fclle, zum Kernpunkt dieser Einweihung in der Eucharistie zu kommen. Wir wissen allerdings wohl, dass die Kirchenv\u00e4ter vom Bu\u00dfsakrament als einer neuen Taufe gesprochen haben, von einer zweiten Taufe, einer zweiten, dritten, zehnten usw.&#13;\nWir k\u00f6nnen auch von der letzten Taufe des menschlichen Lebens, vom Sakrament der Kranken, sprechen; und dann gibt es die Sakramente des gemeinschaftlichen Lebens, die Priesterweihe und die Ehe. Das christliche Leben als Ganzes hat eine sakramentale Struktur und man muss die Entdeckung der eigenen Taufe in diese Struktur eingef\u00fcgt sehen, die in ihrem Wesen heiligend ist, denn die Sakramente bahnen dem Heiligen Geist den Weg. Christus hat uns den Heiligen Geist in seiner absoluten F\u00fclle geschenkt. Es ist nur n\u00f6tig, die Herzen zu \u00f6ffnen, den Weg zu bahnen. Die Sakramente bahnen den Weg f\u00fcr den Heiligen Geist, der in unseren Seelen, in unseren Herzen, in unserem Menschsein, in unserem Person-sein wirkt. Er baut uns neu auf. Er schafft einen neuen Menschen.<\/p>\n\n<p>Dieser Weg, Weg des Glaubens, Weg der wiederentdeckten Taufe, muss ein Weg des neuen Menschen sein; dieser sieht sein wahres Verh\u00e4ltnis oder besser das Missverh\u00e4ltnis seines gesamten Schaffens, seines \u201aGesch\u00f6pfseins\u2018 dem Sch\u00f6pfer gegen\u00fcber, seiner unendlichen Gr\u00f6\u00dfe, zu Gott dem Erl\u00f6ser, zum heiligen und heiligmachenden Gott; er versucht, sich in dieser Perspektive zu verwirklichen. Seht, so stellt sich der sittliche Aspekt des Lebens ein, das eine andere und auch \u2013 m\u00f6chte ich sagen \u2013 die gleiche Frucht sein soll, wenn die sakramentale Struktur unseres christlichen Lebens wiederentdeckt wird: \u201esakramental\u201c will besagen tats\u00e4chlich heiligend. Es muss zur gemeinsamen Entdeckung der ethischen Struktur kommen, denn was heilig ist, ist immer gut, es l\u00e4sst das B\u00f6se, die S\u00fcnde, nicht zu. So nimmt der Heilige, der Heiligste von allen, Christus, die S\u00fcnder an, er nimmt sie auf, aber um sie heilig zu machen. Seht, all das ist das Programm. Und so sind wir beim zweiten Punkt, bei der zweiten Folgerung: Die Taufe in ihrer ganzen Tiefe als den Anfang unseres christlichen Lebens entdeckend, m\u00fcssen wir dann deren Folgen Schritt f\u00fcr Schritt in unserem ganzen christlichen Leben entdecken. Also, wir m\u00fcssen einen Weg gehen, wir m\u00fcssen einen Weg gehen.<\/p>\n\n<p>3. Dritter Punkt: Diese Entdeckung muss in uns Sauerteig werden. Dieser Sauerteig zeigt sich; er wird Fleisch; er wird Leben in der Verwirklichung unseres pers\u00f6nlichen Christseins, im Aufbau, wenn wir so sagen k\u00f6nnen, eines neuen Menschen. Aber dieser Sauerteig verwirklicht sich auch in der apostolischen Dimension. Wir sind gesandt; die Kirche ist apostolisch, nicht nur auf die Apostel gegr\u00fcndet, sondern in ihrem ganzen Leib von einem apostolischen Geist, von einem apostolischen Charisma durchdrungen.&#13;\n&#13;\nSicher, dieser apostolische Geist muss immer in einer sozialen, gemeinschaftlichen Dimension des gesamten Leibes koordiniert sein, und daf\u00fcr hat Christus die Hierarchie eingesetzt. Die Kirche hat ihre hierarchische Struktur, wie uns das II. Vatikanische Konzil in seinem grundlegenden Dokument <em>Lumen gentium<\/em> in Erinnerung ruft. Problem des Sauerteigs und des Apostolates: Dies war der dritte Punkt.<\/p>\n\n<p>4. Der letzte Punkt: Es k\u00f6nnten sich noch mehr Punkte anschlie\u00dfen, aber ich m\u00f6chte damit aufh\u00f6ren. Wir, meine Lieben, leben in einer Zeit, in der wir die Erfahrung einer radikalen Konfrontation machen \u2013 und ich sage das, weil das auch meine Erfahrung so vieler Jahre ist \u2013, einer radikalen Konfrontation, die sich von \u00fcberall her aufdr\u00e4ngt. Es gibt nicht nur eine einzige Ausgabe davon, es gibt verschiedene Konfrontationen in der Welt: Glaube und Gegenglaube, Evangelium und Gegenevangelium, Kirche und Gegenkirche, Gott und Gegengott, wenn wir so sagen k\u00f6nnen. Es gibt keinen Gegengott, es kann keinen Gegengott geben, aber es kann einen Gegengott im Menschen geben, im Menschen kann die radikale Leugnung Gottes entstehen. Seht, wir leben diese historische Erfahrung, mehr als fr\u00fchere Epochen. In dieser unserer Epoche m\u00fcssen wir einen radikalen Glauben wiederentdecken, radikal verstanden, radikal gelebt und radikal verwirklicht. Einen solchen Glauben haben wir n\u00f6tig.&#13;\n&#13;\nIch hoffe, dass eure Erfahrung in einer solchen Perspektive geboren ist und euch zu einer gesunden Radikalisierung unseres Christseins, unseres Glaubens, zu einem authentischen, dem Evangelium gem\u00e4\u00dfen Radikalismus f\u00fchren kann. Deshalb braucht ihr viel Geist, gro\u00dfe Selbstkontrolle, und auch, wie euer erster Katechist gesagt hat, einen gro\u00dfen Gehorsam gegen\u00fcber der Kirche. So hat man es immer gemacht.<\/p>\n\n<p>Dieses Zeugnis gaben die Heiligen. Diesen Beweis hat der heilige Franziskus gegeben, diesen Beweis gaben die verschiedene Charismatiker in den diversen Epochen der Kirche. Wir brauchen diesen Radikalismus, diese Radikalisierung des Glaubens, w\u00fcrde ich sagen, ja, aber sie muss sich immer in das Ganze der Kirche, in das Leben der Kirche, in die F\u00fchrung der Kirche einf\u00fcgen, denn die Kirche in ihrer Gesamtheit hat den Heiligen Geist von Christus in der Person der Apostel nach der Auferstehung empfangen.<br\/><br\/>&#13;\n&#13;\nIch sehe, dass ihr euch trefft; ich selber bin euch in verschiedenen Pfarreien Roms begegnet, verschiedenen Gruppen, aber mir scheint, die zahlreichste Gruppe ist hier. Und deshalb spreche ich ein wenig l\u00e4nger und mit einer Vorbereitung, die, ich w\u00fcrde sagen, nicht spezifisch, aber immer in meinem Geist und in meinem Herzen vorhanden ist. Das ist, sagen wir, keine lehramtliche Rede, es ist eine seelsorgliche Gelegenheitsrede.<\/p>\n\n<p>Diese Freude, die in eurer R\u00e4umen zu finden ist, in euren Ges\u00e4ngen, in eurem Verhalten, diese Freude kann gewiss auch ein Zeichen des s\u00fcdlichen Temperamentes sein, aber ich hoffe, sie ist eine Frucht des Geistes, und ich w\u00fcnsche euch, dass es so sei. Ja, die Kirche hat diese Freude n\u00f6tig, denn die Freude mit ihren verschiedenen Ausdrucksformen ist Offenbarung des Gl\u00fccks. Seht, darin steht der Mensch vor seiner grundlegenden, wir k\u00f6nnen sagen, fast nat\u00fcrlichen Berufung: Der Mensch ist geschaffen, um gl\u00fccklich zu sein, er ist geschaffen f\u00fcr das Gl\u00fcck. Wenn er dieses Gl\u00fcck sieht, wenn er ihm in den Ausdrucksformen der Freude begegnet, kann er einen Weg beginnen. Aber auch hier muss ich euch sagen: Ja, die Lieder sind gut; eure Ausdrucksformen der Freude sind gut; aber f\u00fcr diesen Weg ist es der Heilige Geist, der den Anfang setzt.<br\/><br\/>&#13;\nSeht, dies alles, mehr oder weniger, wollte ich euch sagen, konnte ich euch sagen bei dieser Gelegenheit, und ich denke, dass ich euch genug gesagt habe und vielleicht zu viel.&#13;\n<\/p>\n\n<p>Ich gebe euch den Segen zusammen mit den Kardin\u00e4len und den anwesenden Bisch\u00f6fen. <\/p>\n\n<p><em>(*) Vgl. \u201eL\u2018Osservatore Romano\u201c, 3. \u2013 4. November 1980, mit Erg\u00e4nzungen aus der Tonbandaufnahme (eigene \u00dcbersetzung aus dem Italienischen).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BESUCH IN DER PFARREI UNSERER LIEBEN FRAU VOM ALLERHEILIGSTEN SAKRAMENT UND DER HEILIGEN KANADISCHEN M\u00c4RTYRER AM 02.11.1980 Hl. Johannes Paul II. Rom, 2. November 1980 * Am gestrigen Nachmittag, Sonntag, dem 2. November, begab sich der Heilige Vater zu einem Besuch in die r\u00f6mische Pfarrgemeinde Unserer Lieben Frau vom Allerheiligsten Sakrament und der Heiligen Kanadischen M\u00e4rtyrer in der Villa Massimo. In der Kirche feierte der Papst in Gegenwart der Kardin\u00e4le<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a class=\"btn read-more-btn\" href=\"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/worte-der-paepste\/hl-johannes-paul-ii\/besuch-in-der-pfarrei-unserer-lieben-frau-vom-allerheiligsten-sakrament-und-der-heiligen-kanadischen-maertyrer-am-02-11-1980\/\">Mehr lesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":10123,"menu_order":7,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-14556","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/14556","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14556"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/14556\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23999,"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/14556\/revisions\/23999"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/10123"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14556"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}