{"id":26519,"date":"2022-03-20T21:59:51","date_gmt":"2022-03-20T20:59:51","guid":{"rendered":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/interview-mit-pater-mario-pezzi\/"},"modified":"2022-04-15T04:57:16","modified_gmt":"2022-04-15T03:57:16","slug":"interview-mit-pater-mario-pezzi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/interview-mit-pater-mario-pezzi\/","title":{"rendered":"Interview mit Pater Mario Pezzi"},"content":{"rendered":"\n<h6 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Der Sender TV2000 hat ein Interview mit P. Mario Pezzi \u00fcber seine Erfahrung als Priester des Teams der Initiatoren des Neokatechumenalen Weges, Kiko und Carmen (und nun Ascenci\u00f3n) gef\u00fchrt.<\/h6>\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n<div align=\"center\"><figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\r\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Intervista    Padre Mario Pezzi\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/CYzHVeM5PVs?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\r\n<\/div><\/figure><\/div>\r\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/mega.nz\/folder\/AdUjgLZL#nfuU-O3oeF7BJyROB6Yl0A\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"128\" height=\"128\" src=\"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/video-download-icon-1.png\" alt=\"video-download-icon\" class=\"wp-image-26550\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n<h5 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Interview und Untertitel herunterladen<\/h5>\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n<p><strong>Abschrift des Interviews mit P. Mario Pezzi in der Sendung &#8222;SOUL&#8220; von TV2000 durch die Journalistin M\u00f3nica Mondo (Rom) am 20. M\u00e4rz 2022<\/strong><\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n<p><strong>Comboni-Missionspriester, Pater Mario Pezzi, Don Mario Pezzi \u2013 wie m\u00f6chten Sie angesprochen werden?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Als \u201ePater\u201c, denn in meinem Herzen bin ich immer noch Combonianer.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Sie sind Presbyter des internationalen Teams des Neokatechumenalen Weges, zu dessen Initiatoren Sie mit Kiko Arg\u00fcello und Carmen Hern\u00e1ndez geh\u00f6ren. Und das, obwohl Sie sagen, dass Sie nichts initiieren wollten.<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Nein, ich bin kein Initiator, Initiatoren sind Kiko und Carmen. 1971 wurde ich eingeladen, sie als Presbyter zu begleiten, denn in jedem Itinerantenteam ist die Anwesenheit eines Presbyters wichtig.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Aber Sie sind einer der Ersten\u2026<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Ja, einer der Ersten.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Heute, vor allem nach dem Tod von Carmen Hern\u00e1ndez, sind Sie mit Kiko und Maria Ascensi\u00f3n Romero f\u00fcr den Weg in der ganzen Welt verantwortlich. Es gibt so viele, nicht wahr? Ja, wie nennen Sie sie? Kinder, Br\u00fcder und Schwestern?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Br\u00fcder und Schwestern und auch Kinder und sogar Enkelkinder!<\/em><\/p>\n\n<p><strong>UAuch Urenkelkinder. Sie wurden in Gottolengo in der N\u00e4he von Brescia geboren. Sie h\u00e4tten nie gedacht, dass Sie einmal um die ganze Welt reisen w\u00fcrden?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Nein, absolut nicht.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Und wie sind Sie Missionar geworden?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>TIch wurde Missionar, weil ich schon sehr fr\u00fch die Berufung zum Priestertum versp\u00fcrte, als ich noch ein Kind war, und dann lernte ich einen Missionar kennen, der nach Berufungen suchte. Der Pfarrer lud mich zu einem Treffen mit ihm ein und nach einer einmonatigen Probezeit, die vorgesehen war, um zu sehen, wer sich alles gemeldet hatte, w\u00e4hlten sie mich f\u00fcr den Eintritt ins Priesterseminar aus. Damals trat man ein, wenn man in der f\u00fcnften Klasse war. Denn damals gab es am Ende der f\u00fcnften Klasse eine besondere Pr\u00fcfung, um in die weiterf\u00fchrende Schule zu kommen, und von da an begann ich meine gesamte Ausbildung.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>SSie waren unterwegs, vor allem in Afrika. Und dann haben Sie den Weg kennengelernt. Wie ist es dazu gekommen? Und dann m\u00fcssen Sie mir auch erkl\u00e4ren, was der Neokatechumenale Weg ist.<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Wie ist es dazu gekommen? Nicht auf magische Weise, sondern der Herr hat mich viele Jahre lang durch eine innere Krise, die ich seit dem Noviziat in meiner Ausbildung hatte, vorbereitet und besonders in Rom, wohin mich die Oberen an die P\u00e4pstliche Universit\u00e4t Urbaniana schickten. <\/em><\/p>\n\n<p><em>Es war ein Jahr nach 1968, also genau im Jahre 1969, und die 68er-Atmosph\u00e4re war auch schon in die p\u00e4pstlichen Universit\u00e4ten eingedrungen. Mein Problem war es, eine Form des priesterlichen Dienstes zu finden, die den Menschen n\u00e4her und verst\u00e4ndlicher w\u00e4re, denn ich bemerkte eine Kluft zwischen dem, was wir in der Kirche taten und dem, was man drau\u00dfen lebte. Dies war schon damals offensichtlich. Dazu erreichte die Sprache der Priester die Menschen nicht mehr, die Sakramente hatten keinen Einfluss, das Leben zu ver\u00e4ndern. Sie sind in sich wirksam, aber wenn es keine Vorbereitung gibt, bringen sie keine [Fr\u00fcchte] hervor. Die Taufe legt in uns etwas wie ein kleines Samenkorn, das eine immense Kraft hat, wie jedes Samenkorn \u2013 wenn Gott ein Samenkorn erschafft, hat es in sich das ganze Entwicklungspotential. Aber bei vielen von uns bleibt, wie Johannes Paul II. mehrfach sagte, dieses Samenkorn tot. Wir sind als Katholiken registriert, aber wir haben keine Formung erhalten.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Hatten Sie diese Formung?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Ich hatte sie sp\u00e4ter, auf dem Weg. Aber ich hatte Gott sei Dank eine Erziehung \u2013die christliche Familie und die Formung der Combonianer, mit heiligen Missionaren, war sehr &#8230;, vor allem die Figur von Comboni war f\u00fcr mich entscheidend.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Pater, als Sie Kiko und Carmen das erste Mal trafen, war das ein seltsames Paar, denn sie waren nicht einmal verheiratet, aber sie bewegten sich als Christen zusammen. Was war Ihr Eindruck? Was hat Sie \u00fcberrascht?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Ich fand, dass sie zwei normale Menschen waren, die durch eine Mission verbunden waren. Und ich war vor allem beeindruckt von dem, was sie sagten, von dem, was sie verk\u00fcndigten. Denn &#8230; dort habe ich die Antwort gefunden, weil ich vom Theologiestudium an nach einer Figur des Priesters gesucht hatte, die n\u00e4her am Volk ist. Ich war in Spello, um die Kleinen Br\u00fcder zu besuchen und ich hatte Beziehungen zu den Arbeiter-Priestern von Louvain, die weniger extremistisch waren als die franz\u00f6sischen. Wir waren alle auf der Suche, viele meiner Br\u00fcder hatten in jener Zeit das Priestertum verlassen.<\/em><\/p>\n\n<p><em>Und ich suchte und suchte &#8230; und einer meiner geistlichen Begleiter sagte zu mir: \u201eMache keinen Schritt solange Gott dir nicht seinen Willen offenbart. Warte ab!\u201c Und ich habe sechs Jahre gewartet. Ich lie\u00df mich zum Priester weihen, weil ich keine Zweifel an meiner Berufung hatte, aber dann, nach meiner Priesterweihe im M\u00e4rz lernte ich im Juli die Gemeinschaften aus der Pfarrei der kanadischen M\u00e4rtyrer kennen, und im November traf ich Kiko\u2026<\/em><\/p>\n\n<p><strong>\u201eDie kanadischen M\u00e4rtyrer\u201c ist der Name einer Pfarrei in Rom, wo der Weg in Italien begonnen hat.Aber wenn Sie jemandem, der den Weg nicht kennt, sagen m\u00fcssten, was er ist? Was ist der Weg?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Er ist ein Geschenk, das der Herr durch Kiko und Carmen der Kirche von heute gemacht hat. Das Konzil wurde einberufen um, wie Johannes XXIII. sagte, eine Sprache zu finden, um die immer g\u00fcltigen Wahrheiten weiterzugeben, aber auf eine neue Art und Weise. Das Konzil gab eine Antwort, indem es vor allem den Wert des Wortes Gottes wiederentdeckte, das ohne das Alte Testament nicht verstanden werden kann. Daher stellte es diese Verbindung her, welche die Grundlage des Neokatechumenalen Weges ist, es erneuerte die Liturgie und Kiko als K\u00fcnstler &#8230;<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Ja, denn er war Maler, vielleicht ist er es immer noch.<\/strong><\/p>\n\n<p><em>\u2026 er ist Maler, Musiker, Architekt und vieles andere.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Carmen war eher eine Theologin, nicht wahr?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Carmen war eher eine Forscherin, denn sie war Chemikerin, sie war f\u00fcr die Forschung qualifiziert. Und sie forschte in B\u00fcchern und in der Heiligen Schrift und gab diese Weisheit an Kiko weiter. Und es wurde geboren &#8230; \u2013 ich habe mit ihnen an den  verschiedenen Etappen teilgenommen, in denen die christliche Initiation \u2013 der Neokatechumenale Weg \u2013 geboren ist.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Wie lange dauert dieser Weg? Oder dauert er ein Leben lang?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Nein, der Neokatechumenale Weg hat eine Dauer, die nicht festgelegt ist, wie es im Ordo Initiationis Christianae Adultorum hei\u00dft, sprich die neue Ordnung f\u00fcr das Katechumenat der Erwachsenen, die sagt, dass es kein Problem der Dauer ist. &#13;\nDenn der Weg ist &#8230; wir identifizieren ihn mit der Jungfrau Maria. Die Jungfrau Maria erh\u00e4lt eine Verk\u00fcndigung: \u201eDu wirst die Mutter des Sohnes Gottes sein\u201c \u2013 \u201eWie ist das m\u00f6glich?\u201c \u2013 \u201eDer Heilige Geist wird dich \u00fcberschatten und der, der geboren wird, wird der Sohn des H\u00f6chsten sein, der die Menschheit retten wird\u201c \u2013 \u201eSiehe, ich bin die Magd des Herrn\u201c. Und ein Prozess der Austragung  beginnt.<\/em><\/p>\n\n<p><em>Der Engel, unsere Engel, die Katechisten-Itineranten, die ohne Geld unterwegs sind und ihr Leben f\u00fcr die Verk\u00fcndigung hingeben, verk\u00fcnden die gute Nachricht, dass Gott uns so liebt, wie wir sind, dass er nicht verlangt, dass wir uns \u00e4ndern, damit er uns liebt. Das ber\u00fchrt die Herzen vieler, besonders vieler S\u00fcnder, denn wir haben immer das Schema gehabt, dass Gott die Guten liebt und die B\u00f6sen bestraft, das ist nicht wahr \u2026, denn Gott hat uns geliebt, als wir seine Feinde waren. Als wir ihn kreuzigten, sagte er zu uns: \u201eVater, vergib ihnen!\u201c Und er hat [sich] aus Liebe zu uns geopfert, um uns von der Sklaverei des Todes zu befreien. Es ist nicht so, dass die Menschen schlecht sind, vielmehr sind sie Sklaven, und Jesus Christus hat sich geopfert, weil er uns zu Kindern Gottes macht, indem er uns seinen Geist gibt.<\/em><\/p>\n\n<p><em>Wissen Sie, was \u201eKind Gottes\u201c bedeutet? Es bedeutet, dass der Heilige Geist in unseren Herzen wohnt. Und Paulus sagt im Brief an die Galater: \u201eDie Fr\u00fcchte des Fleisches, derer, die Jesus Christus nicht kennen, sind Neid und Eifersucht, Kriege, Verleumdungen usw.\u201c Und die Fr\u00fcchte des Heiligen Geistes, der in uns wohnt \u2026  \u2013 es ist klar, dass es einer Initiation bedarf, aber wir sind daran gew\u00f6hnt, dass man, um Ingenieur zu werden, eine langj\u00e4hrige Ausbildung braucht, um Chirurg zu werde  genauso&#8230; Und um Christ zu werden? Heute ist die Welt nicht mehr christlich. Deshalb ist der Weg ein Geschenk an diese Gesellschaft. Er hat ein existentielles Wort, das die Drogenabh\u00e4ngigen und die zerr\u00fctteten Ehen erreicht, die Menschen dazu bringt, ohne Probleme Kinder zu bekommen sowie viele Familien dazu veranlasst, ihre Arbeit und alles andere zu verlassen, um aufzubrechen und in der ganzen Welt diese Liebe Gottes, die sie gerettet hat, zu bezeugen und zu verk\u00fcnden, dass es Rettung gibt.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Dies ist die Mission, die dieses Charisma auszeichnet. Die Art und Weise, in der ihr euch in der Kirche als kirchliche Bewegung situiert. K\u00f6nnten Sie das bitte erl\u00e4utern? <\/strong><\/p>\n\n<p><em>Es handelt sich nicht um eine Bewegung.Bei der j\u00fcngsten Audienz bei Papst Franziskus, der Kiko als Verantwortlichen des Weges f\u00fcr den Rest seines Lebens best\u00e4tigte und sagte, dass wir uns noch in einer Gr\u00fcndungszeit befinden, die mit Kikos Tod endet, sagte er uns: \u201eDenn ihr seid keine Bewegung\u201c, wie Papst Johannes Paul II. behauptete, als er in der Pfarrei \u201eDie kanadischen M\u00e4rtyrer\u201c zu den Gemeinschaften sagte: \u201eIhr seid eine Bewegung\u201c. Da erhob sich Carmen vor allen und erwiderte: \u201eEs ist keine Bewegung, es ist ein Weg, eine schrittweise, allm\u00e4hliche Initiation in das christliche Leben\u201c. Als er ein weiteres Mal dasselbe wiederholte, stand Carmen wieder auf \u2013 die Wachen waren schon dabei, zu ihr zu gehen \u2013, und der Papst sagte ihr: \u201eGut, es ist keine Bewegung, aber der Weg ist in Bewegung\u201c.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Johannes Paul II. hat euch sehr geliebt. Er hat euch sehr gesch\u00e4tzt und unterst\u00fctzt&#8230;<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Ja er hat uns sehr geliebt. Weil er kam aus der Erfahrung des Nationalsozialismus und des Kommunismus. Was heute geschieht, hat er am eigenen Leib erfahren und seine wichtigste Botschaft an die Christen lautet: \u201eHabt keine Angst!\u201c, \u201e\u00d6ffnet Christus die T\u00fcren!\u201c, \u201eLernt Jesus Christus kennen!\u201c. Wie ist es m\u00f6glich, dass Gott seit Jahrhunderten durch die Propheten und zuletzt durch seinen Sohn zu den Menschen gesprochen hat und wir nicht einmal wissen, was er gesagt hat? Denn wir haben keine Formung zum christlichen Leben gehabt.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Kinder wissen nicht einmal, wie man das Kreuzzeichen macht.<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Sie wissen auch nicht, wer derjenige am Kreuz ist.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Wie ist es m\u00f6glich, Pater, vor allem zu jungen Menschen zu sprechen, die so bet\u00e4ubt und auch abgelenkt sind, f\u00fcr die Gott eine Option und keine Realit\u00e4t ist, wie geht das?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Dies ist ein gro\u00dfes Geschenk, das der Herr dem Weg durch die Konzentration auf die Familie gemacht hat. Sie [Kiko und Carmen] wollten keine Jugendgruppen machen, nein, vielmehr ging es um die Familie. Denn zur Familie geh\u00f6rt die Erziehung der Kinder und die Weitergabe des Glaubens an sie. Wir haben also eine Menge Hilfe in unseren Familien.<\/em><\/p>\n\n<p><em>Nach einer gewissen Zeit f\u00fchren wir zum Beispiel eine h\u00e4usliche Liturgie am Sonntagmorgen ein. Sie feiern am Tisch mit einem Tischtuch, mit Blumen, mit Kerzen, mit dem Kruzifix und mit der Bibel. Sie feiern die Laudes, die Kinder spielen Trommeln, auch die Gro\u00dfeltern nehmen teil. Nach den Psalmen liest der Vater das Evangelium des Tages vor. Dann fragt er die Kinder: Was sagt euch das? Durch diesen Dialog, der sehr wichtig ist, vermitteln sie den Glauben. Wenn die Kinder alt genug sind, um in der Eucharistie ruhig zu bleiben, nehmen die Eltern sie zur Eucharistiefeier mit. Im Alter von 13 Jahren, der Pubert\u00e4t, werden sie eingeladen, in eine neue Gemeinschaft einzutreten. <\/em><\/p>\n\n<p><strong>Es ist eine Erziehung, die etwas an die Juden erinnert, oder?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Ja, sicher. Bei den Juden gab es eine Art Katechumenat, eine sehr ernste Initiation. Bevor sie einen Proselyten aufnahmen, fragten sie ihn: \u201eWei\u00dft du, dass du get\u00f6tet werden kannst, wie viele von uns, wenn du dich unserem Volk anschlie\u00dft &#8230;?\u201c. Wenn er \u201eJa, ich wei\u00df\u201c antwortete \u2013 weil er sich von ihrer Lebensweise angezogen f\u00fchlte \u2013, wenn er \u201eja\u201c sagte, nahmen sie ihn auf, andernfalls war nichts zu machen.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Wollen Sie damit sagen, dass es nicht so einfach ist, ein Christ zu sein? Dass es Leiden, Ausgrenzung und Tod kosten kann?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Ja, es ist nicht so, dass es nicht einfach ist. Es ist sehr einfach. Denn in der ersten Zeit, die wir Vorkatechumenat nennen, verlangen wir nichts von den Leuten. Es gibt Leute mit einer Geliebten, es gibt Drogenabh\u00e4ngige und andere\u2026 Wir verlangen nichts, denn der Weg hat einen liturgischen Charakter und es geht nicht um Mentalisierung. Unsere Grundlage ist die w\u00f6chentliche Wortfeier, die zun\u00e4chst von einer kleinen Gruppe der Gemeinschaft vorbereitet wird und dann, wenn das Wort Gottes gefeiert und in einer kleinen Gemeinschaft verk\u00fcndet wird, ber\u00fchrt es durch die Gegenwart des Heiligen Geistes die Herzen der Br\u00fcder und Schwestern.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Das bedeutet, dass die Mission kein Proselytismus ist.<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Ja, Papst Franziskus hat uns deshalb mehrfach gedankt, denn besonders durch die Familien in der Mission, die vor Ort leben &#8230;<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Wie viele sind es, Pater?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Ich wei\u00df nicht, Tausende oder mehr. Es gibt sie in China, in Laos, Vietnam usw., aber auch in Nordeuropa, in Amerika, den \u201epueblos j\u00f3venes\u201c [Armensiedlungen] &#8230; Allein durch ihre Anwesenheit, durch die Art, wie sie leben, ziehen sie die Menschen an. Wenn eine Familie mit 6, 7, 10 oder 11 Kindern auf den Markt geht, wird sie von allen bewundert und sie sp\u00fcren eine Nostalgie, einen Wunsch. Wir wurden seit 1985\/1986 um diese Mission gebeten, als die ersten Familien nach Nordeuropa und zu den Barracken von Lima aufgebrochen sind. Sie haben ihre Arbeit und alles aufgegeben, um sich dort zu \u201einkarnieren\u201c. Es gibt zwei Arten von Charismen: die Itineranten, die \u201efliegen\u201c, weil sie den ganzen Weg bis zum Ende begleiten und entscheiden, wann es Zeit ist, eine Etappe zu machen, wenn die entsprechende Reife da ist; die anderen sind die Familien in Mission und die Missio ad gentes, die fest an einem Ort bleiben.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Ihr habt auch viele Priester?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Deshalb wollten Kiko und Carmen, mit Papst Johannes Paul II. und dank ihm, ein Priesterseminar gr\u00fcnden, um Priester auszubilden, die diesen Familien bei der Evangelisierung dienen.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Wird auch beim Neokatechumenalen Weg, wie bei anderen Formen der Kirchenzugeh\u00f6rigkeit, eine Krise, ein Bindungsmangel wahrgenommen \u2013 wobei es sich nicht um Bindungen auf dem Papier handelt \u2013 ein Mangel an Faszination und Anziehungskraft? Verblasst die Gabe des Geistes, die Johannes Paul II. diesen neuen Formen der Bewegungen attestiert hat, etwas?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Das Reich Gottes ist ein Geheimnis! Der Herr handelt vielleicht viel mehr als das, was wir sehen, auch weil das Reich Gottes keine Werbung macht. \u00dcberall auf der Welt gibt es heilige Menschen vor Gott, rechtschaffene Menschen guten Willens, die nicht in die Nachrichten kommen. Die Nachrichten werden von denen gemacht, die \u00fcber die Medien verf\u00fcgen, die die Dinge aufpumpen, die jetzt mit dem Metaversum eine hyper-virtuelle Realit\u00e4t schaffen, die unsere jungen Leute fesselt, um ihre Zeit zu verschwenden.<\/em><\/p>\n\n<p><em>Wir haben in unseren Gemeinschaften gesehen &#8230; in der Tat, der erste Covid-Angriff, der aus China kam, wo unsere Familien waren \u2026 wir haben ihre spontanen Briefe erhalten, in denen sie sagten: Dies ist eine besondere Zeit, die der Herr uns gibt, um eine innigere Beziehung mit ihm zu haben, um sich nicht im Aktivsein zu verlieren. Sie betrachteten es als eine Gnade. Dann kam es auch zu uns. Und auch wir hatten ein Jahr, in dem wir die Feiern nicht in Pr\u00e4senz, sondern per Zoom \u2013 diejenigen, die es konnten \u2013 durchf\u00fchrten. Aber in jenem Jahr, im Jahre 2020, haben wir die h\u00e4uslichen Feiern wiederentdeckt, d. h. die Familien feierten \u2013 sofern sie konnten \u2013 die Osternacht, wobei wir die Kinder zuerst vorbereiten, wir bringen ihnen die Lieder bei \u2013 sowie die Pfingstvigil, was wunderbar war. Der Glaube unserer Br\u00fcder und Schwestern, selbst wenn er auf die Probe gestellt wird, h\u00e4lt stand und w\u00e4chst!<\/em><\/p>\n\n<p><em>Denn wir haben eine Katechese \u00fcber das Kreuz, das ein glorreiches Kreuz ist. Jesus Christus hat es verherrlicht. Denn durch das Kreuz entkleidet uns der Herr vom alten Menschen. Und alle, alle, auch die Nichtgl\u00e4ubigen, die sich eines Tages hilflos in einem Bett wiederfinden und viele \u2013 auch die, die sich als Kommunisten oder Atheisten bekennen \u2013 bitten darum sich mit dem Herrn zu vers\u00f6hnen.&#13;\nUnd f\u00fcr junge Menschen gibt es eine Reihe von Initiativen. Abgesehen von den Laudes am [Sonntag]morgen gibt es auch die Scrutatio: Wir laden jeden Monat junge Menschen ein, die Heilige Schrift in der Pfarrei zu erforschen. Dann gibt es Sommercamps und Pilgerfahrten, und wir versuchen, ihnen zu helfen, weil sie einen enormen Kampf gegen\u00fcber dem Druck durch die Medien, die Schule, Gender usw. f\u00fchren m\u00fcssen.&#13;\n<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Aber das Wichtigste ist, dass Ihre Worte ein prophetischer Blick sind. Ich danke Ihnen vielmals. Gibt es ein Lied des Weges, das Ihnen besonders am Herzen liegt, mit dem wir schlie\u00dfen und das wir uns anh\u00f6ren k\u00f6nnten?<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Ja, \u201eMaria, kleine Maria\u201c und \u201eSalve Regina\u201c. Ich hoffe, dass ihr sie habt, denn ich habe sie nicht.<\/em><\/p>\n\n<p><strong>Aber wir finden sie, in der Tat gerade h\u00f6ren wir sie schon \u2026<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sender TV2000 hat ein Interview mit P. Mario Pezzi \u00fcber seine Erfahrung als Priester des Teams der Initiatoren des Neokatechumenalen Weges, Kiko und Carmen (und nun Ascenci\u00f3n) gef\u00fchrt. Interview und Untertitel herunterladen Abschrift des Interviews mit P. Mario Pezzi in der Sendung &#8222;SOUL&#8220; von TV2000 durch die Journalistin M\u00f3nica Mondo (Rom) am 20. M\u00e4rz 2022 Comboni-Missionspriester, Pater Mario Pezzi, Don Mario Pezzi \u2013 wie m\u00f6chten Sie angesprochen werden? Als<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a class=\"btn read-more-btn\" href=\"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/interview-mit-pater-mario-pezzi\/\">Mehr lesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[976],"tags":[],"class_list":["post-26519","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26519","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26519"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26519\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26705,"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26519\/revisions\/26705"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26519"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26519"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neocatechumenaleiter.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26519"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}