EVANGELISIERUNG

EVANGELISIERENDE MISSION


»EIN NEUES GEBOT GEBE ICH EUCH: LIEBT EINANDER! WIE ICH EUCH GELIEBT HABE, SO SOLLT AUCH IHR EINANDER LIEBEN. DARAN WERDEN ALLE ERKENNEN, DASS IHR MEINE JÜNGER SEID: WENN IHR EINANDER LIEBT.« (Joh 13,34f.)

Der Heilige Geist hat auf dem Neokatechumenalen Weg verschiedene Formen der Evangelisierung, der apostolischen Mission und der Weihe hervorgerufen, die von verschiedenen Päpsten der Kirche bestätigt und gefördert wurden.

Charismen


DIE PFARREI ALS GEMEINSCHAFT VON GEMEINSCHAFTEN

Nach der Verkündigung des Kerygmas entstehen in der Pfarrei Gemeinschaften von Brüdern und Schwestern, die diese christliche Initiation leben. Allmählich werden unter ihnen Zeichen des Glaubens sichtbar, so die Feindesliebe. Dieses „moralische Wunder“ wird auch die dem Glauben Fernstehenden dazu rufen, die Begegnung mit Jesus Christus zu suchen. So wird die christliche Gemeinschaft allen Menschen die Liebe Gottes bringen.

Die Pfarrei als Gemeinschaft von Gemeinschaften

„Ihr übt das Apostolat allein dadurch aus, dass ihr seid, was ihr seid. Dadurch regt ihr dazu an, die wahren, echten und wirksamen christlichen Werte wiederzuentdecken und zurückzugewinnen – die sonst vom Alltagsleben verborgen, abgeschwächt, verwässert werden würden. Nein! Ihr hebt sie hervor, stellt sie heraus, und gebt ihnen eine sittliche Strahlkraft, die wahrhaft beispielhaft ist, denn so, mit diesem christlichen Geist lebt ihr diese eure Neokatechumenale Gemeinschaft (…).

Wie viel Freude und wie viel Hoffnung gebt Ihr Uns durch eure Gegenwart und eure Tätigkeit! Wir wissen, dass ihr euch in euren Gemeinschaften gemeinsam bemüht, die Reichtümer eurer Taufe und die Folgen eurer Zugehörigkeit zu Christus zu verstehen und zu entfalten (…).

Diese Wiedererweckung zu leben und zu fördern nennt ihr eine Form des Katechumenats ‚nach der Taufe‘, der in den christlichen Gemeinschaften von heute wieder jene Reife und Vertiefung bewirken kann, die in der Urkirche durch die Vorbereitung auf die Taufe zustande kam.

Ihr übertragt sie auf das Nachher. Das Vorher oder Nachher ist nebensächlich, würde ich sagen. Tatsache ist, dass ihr die Authentizität, Fülle, Konsequenz und die Aufrichtigkeit des christlichen Lebens anstrebt.“

Hl. Paul VI., 8. Mai 1974

„Durch die Praxis und die Normen der Kirche hat sich der heilige Brauch etabliert, bereits Neugeborenen die Taufe zu spenden. (…) Und so kam es dazu, dass im Taufritus die Vorbereitungszeit liturgisch zusammengefasst wurde, die in den Anfangszeiten, als die Gesellschaft noch zutiefst heidnisch war, der Taufe vorausging und Katechumenat genannt wurde (…). Aber jetzt, da unsere Gesellschaft nicht mehr uniform und homogen ist, sondern voller Widersprüche, voller Hindernisse gegen das Evangelium, muss diese Methode durch eine Unterweisung nach der Taufe, eine Initiation in den wahren christlichen Lebensstil vervollständigt werden. (…) Es handelt sich dabei um einen religiösen Beistand, eine praktische Einübung in die christliche Treue, eine wirksame Eingliederung in die Gemeinschaft der Gläubigen, also die Kirche (…).

Daher also dies Wiederaufleben der Bezeichnung ‚Katechumenat‘, das gewiss nicht die Bedeutung der geltenden Taufdisziplin entkräften oder schmälern, sondern sie vielmehr mit Hilfe einer schrittweisen und intensiven Evangelisierung anwenden will, die an das Katechumenat früherer Zeiten erinnert und dieses in gewissem Sinne erneuert. Wer die Taufe empfangen hat, muss lernen, das außerordentliche Glück des empfangenen Sakramentes zu verstehen, zu reflektieren, zu schätzen und zu bejahen.“

Hl. Paul VI., 12. Januar 1977


Itineranten-Katechisten

Eines der wichtigsten Charismen oder Früchte des Weges ist das der Itineranten-Katechisten. Dank ihnen hat sich der Weg auf den fünf Kontinenten verbreitet. Das Internationale Team, das für den Weg zuständig ist, stellt lokale Teams von Itineranten-Katechisten zusammen – in der Regel bestehen sie aus einem Priester, einem Ehepaar und einem unverheirateten Mann oder aus einem Priester, einem unverheirateten Mann und einer unverheirateten Frau – damit diese zu den verschiedenen Nationen gesandt werden, um dort die Verwirklichung des Neokatechumenalen Wegs zu beginnen und zu führen.

Benedikt XVI., Kiko, Carmen und P. Mario

Den Anfragen aus Diözesen aus aller Welt kommen die Itineranten folgendermaßen nach: Das Internationale Team lädt die Brüder und Schwestern des Weges ein, sich für die Aussendung in alle Erdteile zur Verfügung zu stellen. Diejenigen, die sich von Gott berufen fühlen, erklären in aller Freiheit ihre Verfügbarkeit.

Der Ruf sich als Itinerant zur Verfügung zu stellen erfolgt in der Regel bei besonderen Gemeinschaftstagen (Konvivenzen). Dabei „(…) überprüft das Verantwortlichen-Team des Weges oder ein anderes von ihm bestimmtes Team die Verfügbarkeit der Itineranten und koordiniert ihre Aktivität in einer Dynamik von „Systole“ und „Diastole“ ganz nach dem Beispiel des Herrn, der seine Apostel in die Mission aussandte und sie dann wieder an einem abgelegenen Ort versammelte, um von den Wundern zu hören, die der Heilige Geist mit ihnen gewirkt hat.“ (Statuten Art. 31, §3)

„Der Itinerant-Katechist bleibt mit seiner eigenen Pfarrei und Gemeinschaft verbunden. Zu ihr kehrt er auch regelmäßig zurück, um am Weg der eigenen Gemeinschaft teilzunehmen. Außerdem nimmt der Itinerant-Katechist an, die eigene Mission in Vorläufigkeit zu leben. (…) Er bleibt frei, sie jederzeit unter Benachrichtigung des Bischofs ad quem und des Verantwortlichen-Teams des Weges zu unterbrechen.“ (Statuten Art. 31, §4)


MISSIONSCHARISMEN UND GEWEIHTES LEBEN

Bei den verschiedenen Arten der Evangelisierung, die der Weg durchführt, ist die Mitwirkung von unverheirateten Männern und Frauen mit missionarischer Berufung erforderlich. Diese unterstützen, begleiten und evangelisieren sowohl bei der Missio ad Gentes bzw. bei den Itineranten-Katechistenteams als auch in den Priesterseminaren und in den Pfarreien. Aus diesem Grund werden bei internationalen Konvivenzen Männer und Frauen ausgesandt, die auf diesem Weg der Einführung in den Glauben den Ruf Gottes spüren, ihr Leben der Neuevangelisierung zu widmen.

Neben all diesen Brüdern und Schwestern haben seit den Anfängen des Neokatechumenalen Weges hunderte von jungen Frauen auf diesem Weg der christlichen Initiation, die Berufung zum geweihten Leben gespürt und sind in verschiedene Klöster auf der ganzen Welt eingetreten.


DIÖZESANE MISSIONARISCHE PRIESTERSEMINARE „REDEMPTORIS MATER“

Am 26. August 1986 begrüßte Johannes Paul II. mit Begeisterung den Vorschlag von Kiko, Carmen und Pater Mario, in Rom ein diözesanes und missionarisches Priesterseminar zur Ausbildung von Priestern für die Neuevangelisierung einzurichten. Er beauftragte Kardinal Ugo Poletti, Vikar Seiner Heiligkeit, das Priesterseminar zu errichten.

Priesterseminar "Redemptoris Mater" Managua (Nicaragua)

Seitdem wurden 124 Seminare (Stand 2020) auf fünf Kontinenten errichtet, die drei wesentliche Merkmale aufweisen: sie sind diözesan, missionarisch und international. Die akademische, menschliche und spirituelle Ausbildung dieser Seminaristen umfasst auch eine Zeit der missionarischen Evangelisierung; wenn sie dann zu Priestern geweiht worden sind und einige Jahre lang als Seelsorger in den Pfarreien gedient haben, erlaubt der Diözesanbischof ihnen, im Rahmen des Neokatechumenalen Weges verschiedene Arten der missionarischen Tätigkeit auszuüben, wie es vom Heiligen Stuhl approbiert und in den Statuten festgelegt ist.

Das Seminar wird vom Diözesanbischof errichtet und bildet junge Männer aus, die dank der christlichen Initiation, die sie auf dem Neokatechumenalen Weg erfahren, ihre Berufung entdeckt haben. Gerade die christliche Initiation in einer neokatechumenalen Gemeinschaft ist ein spezifisches und grundlegendes Element der Ausbildung in den Redemptoris Mater-Priesterseminaren.

In den folgenden Jahren sind viele Bischöfe dem Beispiel des Heiligen Vaters gefolgt und haben weitere Seminare gegründet.

Zwischen dem Jahr 1990, als die ersten Priesterweihen stattfanden, und dem Jahr 2019 wurden 2.380 Priester in den Priesterseminaren Redemptoris Mater geweiht. Derzeit bereiten sich 2.300 junge Männer auf die heilige Weihe vor.


FAMILIEN IN MISSION

Im Jahr 1985 stellten Kiko, Carmen und Pater Mario dem Heiligen Johannes Paul II. ein Projekt vor, das er mit großer Begeisterung aufnahm: Sie planten, Nordeuropa durch die Entsendung von missionarischen Familien begleitet von einem Priester neu zu evangelisieren. Im darauffolgenden Jahr entsandte der Papst die ersten drei Familien: eine in den Norden Finnlands, eine weitere nach Hamburg in Deutschland und die dritte in das französische Straßburg. Im Jahr 1987 wurden die ersten drei Familien in die sogenannten „pueblos jóvenes“ Lateinamerikas geschickt.

Am 30. Dezember 1988 traf Johannes Paul II. per Hubschrauber im Internationalen Zentrum des Neokatechumenalen Weges in Porto San Giorgio ein, um 72 Familien in die ganze Welt zu senden. Bei dieser Gelegenheit sagte der Papst während der Predigt über die Familie: „Die Heilige Familie ist nichts anderes als dies: die menschliche Familie in göttlicher Mission. (…) Heilige Kirche Gottes, du kannst deine Mission in der Welt nur über die Familie und ihre Mission erfüllen. (…) Ihr müsst mit all euren Gebeten, mit eurem Zeugnis, mit eurer Kraft, der Familie helfen, müsst sie schützen gegen jede Zerstörung. (…) Familie in Mission, Dreifaltigkeit in Mission“.

Seitdem wurden von den Päpsten mehr als 1.800 Familien auf fünf Kontinente ausgesandt, um durch ihr Zeugnis des christlichen Lebens nach dem Bild der Heiligen Familie von Nazareth und durch verschiedene Formen der Mission zu evangelisieren.

Es sind Familien, die Jahre des Weges der Glaubenserziehung zur Wiederentdeckung der Taufe hinter sich haben – was bei vielen auch den Wiederaufbau der eigenen Ehe bedeutet hat. Sie sind dankbar für das Heilswerk, das Gott an ihnen gewirkt hat. Diese oft kinderreichen Familien bieten sich an, in die Mission zu gehen und die Annehmlichkeiten ihrer Heimat hinter sich zu lassen. Sie gehen in Mission, wo immer die Bischöfe das Zeugnis einer christlichen Familie für nötig halten, werden Teil der Ortskirche, schlagen dort Wurzeln, übernehmen verschiedene Aufgaben der Evangelisierung und wirken so bei der Gründung neuer christlicher Gemeinschaften mit.

In den Statuten des Weges wird darauf hingewiesen, dass die Verwirklichung des Neokatechumenalen Weges von Familien in Mission unterstützt werden kann, die sich auf Ersuchen der Bischöfe in entchristlichten Gegenden niederlassen oder in denen eine „implantatio ecclesiae“ erforderlich ist (Statuten Art. 33, §1)


MISSIO AD GENTES

Im Jahr 2006 leitete Benedikt XVI. diese neue Form der Evangelisierung offiziell ein, indem er die ersten sieben Missio ad Gentes aussandte. Jede von ihnen besteht aus einem Priester, der von vier bis fünf Familien mit ihren Kindern begleitet wird. Auf Wunsch des Bischofs erhält die Familie den Auftrag, entchristlichte oder heidnische Gebiete zu evangelisieren, um das Zeichen einer christlichen Gemeinschaft zu geben, die „vollendet in der Einheit ist, damit die Welt glaubt“ (vgl. Joh 17,23).

Johannes Paul II. erklärte 1985 auf dem VI. Symposium der europäischen Bischöfe, dass es angesichts der Säkularisierung Europas notwendig sei, darauf mit dem „allerersten apostolischen Modell“ zu reagieren.

Mission in den Plätzen

Die Missio ad Gentes versammelt sich also, nach dem frühchristlichen Vorbild der „domus ecclesiae“, in ihren Häusern, mitten unter den Ungetauften und Glaubensfernen.

Viele Jahre nach der ersten Entsendung zeigt sich, wie viele glaubensferne und heidnische Menschen, die vielleicht niemals eine Kirche betreten hätten, in diese „christlichen Gemeinschaften“ gefunden haben und einen Weg der Umkehr oder der Rückkehr zum Glauben beginnen.

Diese Gemeinschaften, die nicht von einem „heiligen Ort“ oder „Tempel“ ausgehen, sondern mitten in der Welt leben, bilden einen wahren „Vorhof der Heiden, wo Menschen sich (…) Gott annähern können, ohne ihn zu kennen“, wie Benedikt XVI. in der Rede vor der römischen Kurie im Jahr 2009 sagte.

Ein besonderer Aspekt dieser Erfahrung sind die Früchte der Communio und der Einheit, die sich vor allem innerhalb der Familien, im Verhältnis zwischen Eltern und Kindern, zeigen.

Am 18. März 2016 entsandte Papst Franziskus 270 Familien in 54 neuen Missio ad Gentes auf fünf Kontinente. Während dieses Treffens erklärte der Heilige Vater selbst, was diese Art von Mission ausmacht: „Die Missio ad Gentes werden auf Wunsch der Bischöfe der Diözesen, für die sie bestimmt sind, gebildet und bestehen aus vier bis fünf Familien – die meisten von ihnen mit mehr als vier Kindern –, einem Priester, einem jungen Mann und zwei Schwestern. Sie alle bilden eine Gemeinschaft mit der Mission, Zeichen des Glaubens zu geben, die die Menschen für die Schönheit des Evangeliums begeistern“, so der Papst.

Papst Benedikt XVI. hat zwischen 2006 und 2012 58 Missio ad Gentes entsandt, Papst Franziskus seit 2013 weitere 128.

Papst Benedikt XVI. hat zwischen 2006 und 2012 58 Missio ad Gentes entsandt, Papst Franziskus seit 2013 weitere 128.

Die Anzahl der Familien in Mission beträgt heute (2020) 1.640, mit 5.800 Kindern in 108 Ländern auf fünf Kontinenten. Viele dieser Familien sind in eine der mehr als 200 Missionen „ad Gentes“ in 62 Ländern tätig.


GEMEINSCHAFTEN IN MISSION

Eine weitere Frucht des Weges sind die „Gemeinschaften in Mission“. Bei dem Treffen mit Papst Benedikt XVI. im Petersdom am 10. Januar 2009 anlässlich des 40. Jahrestages der Entstehung der ersten neokatechumenalen Gemeinschaft in Rom, sandte der Heilige Vater die ersten 15 Gemeinschaften in die Außenbezirke Roms aus.

Nachdem sie den neokatechumenalen Prozess der Erneuerung des eigenen Glaubens abgeschlossen haben, haben sich diese Gemeinschaften bereiterklärt, das Gebiet ihrer Pfarrei zu verlassen, um in Pfarreien in Außenbezirken zu gehen auf Einladung der dort zuständigen Pfarrer. Ihr Dienst besteht darin, die Evangelisierung voranzutreiben und zu unterstützen. Oft sind es heruntergekommene Gegenden, die von viel Gewalt, Drogenmissbrauch und einem hohen Migrantenanteil geprägt sind.

Sendung der Missio ad Gentes am Petersplatz

Als Kiko diese neue Form der Mission vorstellte, wies darauf hin, dass „(…) der Neokatechumenale Weg mit der Verkündigung des Evangeliums auf der ganzen Welt endet. Eine der größten Neuerungen ist dabei, dass die ganze Gemeinschaft in Mission geht. Nicht nur einige Brüder und Schwestern: die ganze Gemeinschaft. Es ist eine sehr große Gnade und etwas Wunderbares, dass Gott euch in diese Mission sendet. Es ist fantastisch, aufbrechen zu dürfen. Es ist fantastisch, dass der Herr dir eine Mission gibt: in der Mission zu sterben, in der Mission alt zu werden.“

Papst Franziskus spricht in seiner Enzyklika „Evangelii Gaudium“ von einer Kirche „im Aufbruch“ und drückt die Notwendigkeit aus, die geografischen und existenziellen Randgebiete zu evangelisieren.

Auch im Erzbistum Madrid, wo der Weg entstanden und in 45 Pfarreien mit mehr als 200 Gemeinschaften anwesend ist, ist diese Erfahrung präsent. Der damalige Erzbischof von Madrid, Kardinal Rouco Varela, sandte 2011 die ersten zehn Gemeinschaften in Mission.

Kardinal Carlos Osoro Sierra, derzeitiger Erzbischof der spanischen Hauptstadt, entsandte in einem Treffen am 22. März 2015 acht neue Gemeinschaften. In Madrid gibt es insgesamt 18 „Communitates in missionem“.

Anlässlich der internationalen Begegnung zum 50. Gründungstag des Neokatechumenalen Wegs sandte am 5. Mai 2018 Papst Franziskus 25 Gemeinschaften in Mission in verschiedene Pfarreien in Rom, um das christliche Leben von Pfarrgemeinden, die in Schwierigkeit sind, zu erhalten und zu stärken.

Im Auftrag Jesu „Geht hinaus“ sind heute die immer aktuellen Szenarien und Herausforderungen der evangelisierenden Mission der Kirche präsent. Wir alle sind zu diesem neuen missionarischen „Aufbruch“ gerufen. Jeder Christ und jede Gemeinschaft wird erkennen, welcher der Weg ist, den der Herr ihm oder ihr aufzeigt; wir alle sind aber eingeladen, diesen Ruf anzunehmen: aus der eigenen Komfortzone herauszutreten und es zu wagen, alle Randgebiete zu erreichen, die das Licht des Evangeliums benötigen.


ETAPPEN DES WEGES

ETAPPEN DES NEOKATECHUMENALEN WEGES

NEUE ÄSTHETIK


IKONOGRAPHIE UND GLASMALEREI

GLASMALEREI IN DER KATHEDRALE ALMUDENA, MADRID

DIE MALEREI AUF DEM NEOKATECHUMENALEN WEG

Kiko Argüello studierte Bildende Kunst an der Akademie San Fernando in Madrid und gewann 1959 den außerordentlichen nationalen Preis für Malerei. Im Jahr 1960 gründete er, zusammen mit dem Bildhauer Coomontes und dem Glasmacher Muñoz de Pablos, die Forschungs- und Entwicklungsgruppe für Sakrale Kunst, genannt „Gremio 62“. Sie organisierten Ausstellungen in Madrid (Nationalbibliothek) und vertraten, vom Kulturministerium beauftragt, Spanien bei der Weltausstellung für sakrale Kunst 1960 in Royan (Frankreich). Außerdem stellte Kiko einige seiner Werke in den Niederlanden aus (Galerie „Nouvelles images“).

IKONENZYKLUS DES LEBENS CHRISTI

MALEREI IN DER KATHEDRALE ALMUDENA, MADRID

Dostojewski schrieb einmal: „Die Schönheit wird die Welt retten“. Auch Kiko hat oft wiederholt, dass „nur eine neue Ästhetik die Kirche retten wird“. Die Gemälde dieses Ikonenzyklus wollen die Tiefen des Geistes der Gläubigen, die sie betrachten, berühren. Sie sind dem Menschen eine Hilfe, um sich zu Gott zu erheben. Diese Gemälde wirken auf die Seele des Christen gleichsam wie die Verklärung auf die Apostel, als sie die Ausstrahlung des göttlichen Lichts auf dem Berg Tabor und das Wort Gottes wahrnahmen. Vor allem im Rahmen der Liturgie haben diese Gemälde eine unmittelbare und auch emotionale Wirkung: sie wollen den Gläubigen helfen, sich geistig zu verwandeln. Der Heilige Johannes von Damaskus, der die Ikonen gegen die Wut der Bilderstürmer verteidigte und von Papst Leo XIII. zum Kirchenlehrer ernannt wurde, sagte: „Ich habe das menschliche Abbild Gottes gesehen und meine Seele wurde gerettet.“

„Möge das Heilige Antlitz Christi euch helfen, Zeugen seiner Liebe zu sein.“

(Kiko Argüello)


ARCHITEKTUR

ARCHITEKTUR AUF DEM NEOKATECHUMENALEN WEG

Kapelle des Allerheiligstens, Domus Galilaeae

Die Kirche hat im Laufe der Geschichte immer den Bezug zwischen Schönheit und Evangelisierung erkannt und war die größte Beschützerin der Schönheit. Alles reflektiert die Schönheit Christi und die Schönheit der brüderlichen Communio. Die Evangelisierung der slawischen Völker erfolgte größtenteils durch die Schönheit der Liturgie, der Ikonen und der Lieder. Auch innerhalb der Kirche scheint sich in den letzten Jahren eine „funktionale“ Vision durchzusetzen, die die Orte, an denen die Gemeinschaft lebt und sich trifft, auf einfache Versammlungsräume reduziert.

Es ist gerade heute mehr denn je dringend notwendig, die Strukturen der Kirche zu erneuern. Eine Pfarrei, die zu einem „himmlischen Dorf“ wird, ist die Antwort auf das „Globale Dorf“, auf die Großstadt, auf die Monokultur: ein menschlicheres Sozialmodell, das fähig ist, Räume für die neue Gesellschaft der Liebe zu eröffnen, eine eucharistische Versammlung, die die aktive Teilnahme der Gläubigen fördert, eine Realität der „Gemeinschaft von Gemeinschaften“ mit einem Katechumenium, das aus wunderschönen liturgischen Räumlichkeiten für Feiern in kleinen Gemeinschaften besteht.

Auf allen Kontinenten sind Bauwerke zu finden, die Kiko im Geiste dieser neuen Ästhetik entworfen hat: die Priesterseminare Redemptoris Mater, neue Pfarreien, Katechumenien, Räume für Gemeinschaftsfeiern usw.


BILDHAUEREI

BILDHAUEREI AUF DEM NEOKATECHUMENALEN WEG

Die Bergpredigt - Skulptur

„Die Schönheit ist – zusammen mit dem Guten und der Wahrheit – ein Transzendental des Seins. Die Schönheit bereitet uns Vergnügen und erweckt Gefühle in uns. So, gewissermaßen, hat Gott die Natur geschaffen. Er, der die Natur erschaffen hat, schuf sie schön, um uns Freude zu bereiten.

Die Freude steht in Relation zur Liebe. Und für mich als Maler ist es interessant, die Gesetze der Harmonie zu studieren: Alles in der Natur steht in Beziehung zur Schönheit und dient ihr. Nicht alles ist, gewissermaßen, Schönheit, aber die Gesetze der Harmonie sind Ausdruck von Verhältnissen der Materie, der Form… Es ist merkwürdig: die Wissenschaft der Relationen ist die Mathematik; und in der Harmonie gibt es eine ganze Reihe von Gleichungen, die mathematisch sind. Bereits Platon sprach in Bezug auf die Kunst von der Geometrie und der Mathematik der Schöpfung. In der Kunst – sei es in Malerei, Bildhauerei, Musik oder Dichtung – steht alles in Beziehung zueinander. Alles besteht aus Beziehungen, harmonische Relationen.

Monstranz, Domus Galilaeae

Diese mathematische Beziehung der Harmonie, existiert auch in der Zeit, existiert in der Musik. Musik ist sehr wichtig, weil sie uns die Schönheit in der Zeit lehrt. In der Zeit gibt jede Note der nächsten ihren Wert. Beim Malen gibt jedes Motiv, jede Oberfläche, jedes Material, jede Skizze der darauffolgenden ihren Wert. Zum Beispiel beginnt Beethovens 4. Sinfonie mit einer Dissonanz. Das ist großartig. So bekommt die Zeit ihren Wert… Ganz zu schweigen von Gedichten, Worten oder sogar Skulpturen. So hat zum Beispiel Henry Moore, ein englischer Bildhauer, die menschlichen Knochen studiert und gesehen, dass die menschlichen Knochen perfekt sind… der Hohlraum des Oberschenkelknochens ist perfekt. Dieser Hohlraum ist perfekt für seine Funktion als Gelenk und gleichzeitig hochästhetisch. Es ist sehr schwierig, eine schöne, ästhetische Kurve zu erschaffen. Die Krümmung des Halses eines Seehunds ist wunderbar… Nicht jede Kurve ist ästhetisch. Moore nimmt diese Hohlräume, betrachtet sie und kreiert eine Figur aus Kurven, weil ein Vorsprung einer bestimmten Art einem weiteren Vorsprung anderer Art entspricht, so dass sie ästhetisch ist, denn alles hängt zusammen.

Wir können also sagen, dass in der Ästhetik ein tiefes Geheimnis verborgen ist, nämlich die Liebe“. (Kiko)

Kiko hat viele liturgische Geräte entworfen: Kelche, Patenen, Räuchergefäße, Abdeckungen für die Bibel, Ornamente… sowie viele Skulpturen: Die Skulptur-Gruppe der Bergpredigt, Statuen von Johannes Paul II., vom gekreuzigten Jesus, Gazellen usw.


BÜCHER

DAS KERYGMA. IN DEN BARACKEN MIT DEN ARMEN

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Das Kerygma

„Ich habe dieses kleine Buch auf Anraten von Kard. Cañizares geschrieben, der es für wichtig erachtet hat, dass ich etwas darüber erzähle, was der Herr mit uns in den Baracken, bei den Armen, gemacht hat, und auch, dass ich ein Kerygma veröffentliche, das vor allem durch seine Inhalte und seine Anthropologie der Synode über die Neuevangelisierung helfen kann.“

Kardinal Cañizares: „Dieses Buch ist ein wahres Geschenk Gottes, das uns aufmuntert und im Glauben bestärkt, Befürchtungen und Ängste zerstreut und uns mit Mut erfüllt.“

Kardinal Schönborn: „In dieser Katechese ist in eindrucksvoller Weise die ganze Verkündigung des Evangeliums verdichtet.“


Anotaciones 1988-2014

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Anotaciones 1988-2014

„Seit fast dreißig Jahren habe ich immer wieder in Notizbüchern sporadisch und ohne bestimmte Intention einige Gedanken, Überlegungen, Maximen, Erinnerungen, Notizen, Monologe, Gebete etc. aufgeschrieben, welche während der Mission der Evangelisierung und Katechese in mir entstanden, zu welcher mich der Herr in der Kirche zusammen mit Carmen Hernández und P. Mario Pezzi berufen hat. Wenn diese ‚Anotaciones‘ jemandem eine Hilfe sind, gepriesen sei Gott.“

„Heute hat sich Kiko endlich entschieden, sogar seine intimen Gedanken, Empfindungen und seine ganz persönlichen Erfahrungen preiszugeben. Für deren Aufzeichnung folgt er in bestimmten Augenblicken jeweils seiner Intuition, so dass es oft auch durch längere Perioden nicht zu Niederschriften kommt. Es entstehen Aphorismen oder auch psalmenähnliche Verse. Ihre Vielfalt lässt sich nicht zusammenfassen oder systematisieren… Kikos Notizen sind nicht nur ein Schlüssel zum Verständnis des Neukatechumenats; sie können über diese Geistliche Bewegung hinaus eventuell hilfreiche Fingerzeige für das Apostolat insgesamt sein.“ (Aus dem Geleitwort von Paul Josef Kardinal Cordes).




DIARIOS 1979-1981

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DIARIOS 1979-1981

„Es regnet, aber der Tag bricht ruhig an. Jesus, ich bin überrascht. Danke. Das Leiden hat Barmherzigkeit in mein Herz gelegt. Danke, Jesus. Friede, Freude … “. (Carmen Hernández, Diarios – 1979-1981; Valle de los Caídos – Madrid, 27. Januar 1979)

„Fünfzig Jahre ohne einen Moment anzuhalten: Reisen, Skrutinien, Besuchen in so vielen Gemeinschaften in Madrid, Zamora, Barcelona, Paris, Rom, Florenz, Ivrea… immer wieder jeden Bruder zuhören, der über sein Leben, sein Leiden und seine Geschichte erzählt, um dann diese Geschichte im Licht des Glaubens, des herrlichen Kreuzes unseres Herrn Jesus zu erleuchten. Ich denke, ihr habt das Recht, Carmens Herz zu kennen, ihre unermessliche Liebe zu Jesus Christus. Sie sagte ständig: ‚Mein Jesus, ich liebe dich, ich liebe dich.‘ ‚Komm, komm, hilf mir‘.“ (Kiko Argüello)


DER NEOKATECHUMENALE WEG

Der Neokatechumenale Weg - Worte der Päpste

Worte der Päpste: Paul VI., Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus.

„Die ersten Apostel gingen in kleinen Evangelisierungsteams durch die Synagogen und verkündeten die Gute Nachricht: Gott hat seinen Knecht Jesus auferweckt, den wir verleugnet haben, als wir die Freilassung eines Mörders forderten. Jesus starb, ohne Widerstand zu leisten, ohne dem Bösen zu widerstehen, indem er seine Feinde liebte und entschuldigte (‚Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun‘). Er ist derjenige, der das Böse, das ihm zugefügt wurde, aufopferte – die Folter und das Kreuz – als Beweis dafür, dass seine Liebe größer war als der Tod und dass er nicht aufhörte, seine Peiniger zu lieben, auch wenn sie ihm das Leben nahmen: Gott hat ihn vom Tod auferweckt und heute lebt er, um dieses und jedes andere Verbrechen zu vergeben.“ (Kiko Argüello)

Hl. Paul VI. (4. August 1976): „Unsere Zeit muss den Aufbau der Kirche wiederaufnehmen, psychologisch und pastoral, als würde sie sozusagen von vorne beginnen, um sich selbst zu regenerieren.“


LIEDER DES NEOKATECHUMENALEN WEGES

Liedermappe  "Christus Erstand"

Die Liedermappe wurde in verschiedenen Sprachen veröffentlicht. Die Lieder werden in unterschiedlichen Farben gedruckt, um die verschiedenen Etappen des Weges zu unterscheiden. Die Psalmisten sollten die Lieder auswählen, entsprechend der Etappe, in der sich ihre Gemeinschaft befindet, und darauf warten, dass die Katechisten ihnen die Lieder der verschiedenen Konvivenzen und Etappen des Weges übergeben. Auf diese Weise können die Brüder die Bedeutung jedes einzelnen Liedes besser verstehen.


ORCHESTER

Die „Sinfonieorchester des Neokatechumenalen Weges“ wurde als Dienst des Neokatechumenalen Weges zur Evangelisierung durch Musik gegründet.

Orquesta Sinfónica del Camino Neocatecumenal